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#1
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Ne wirklich. Ich habe gerade eine Ebay-Anzeige gesehen <URL:http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=400053601865> die mich nervt. Was ist denn das für ein Unfug, das Diskantgriffbrett nur in der Mitte mit Knöpfen zu füllen und große Freiflächen drumrumstehen zu lassen? Der Schuldige scheint mir klar: es haben sich bei Pianoakkordeons gewisse Quasistandards etabliert: bei 48 Bässen hat man 26 Tasten, 72/34, 96/37, 120/41, 185/45. Viel mehr Tasten, und die Tastaturschublade wird mechanisch instabil, weil sie dann gegenüber der an die Baßseite angepaßten Gehäusebreite zu weit übersteht. Schön. Ein Akkordeonorchester, bei dem der Großteil der Spieler hinter grotesk großen unergonomisch gekippten Tastaturen noch gerade so mit den Augen hervorschaut, ist ja quasi schon ein gewohnter Anblick. Etwa <URL:http://akkordeonorchesterkaufering.files.wordpress.com/2008/02/2003_04_waldorfschule_akkordeonorchester.jpg>. Die Frau links vom Dirigenten hat ihre 41 Tasten so schräg postiert, daß ihr das Teil fast schon von den Knien rutscht und sie schräg im Stuhl hängt. Der Herr vor ihr, der das einsame Knopfakkordeon im Orchester spielt, braucht für die hohen Töne nicht auf Kniehöhe nach den Tasten zu angeln, sondern hat sie bequem ohne Verrenkung in Hosentaschenhöhe. Sein Instrument blockiert auch nicht den Blick auf die Noten. Er kann aufrecht sitzen. Das Bild ist etwas unscharf, aber sein Instrument hat bestimmt mindestens 9 Töne mehr als die der anderen. Was macht man, wenn das auf einem kleinen Pianoakkordeon angefixte Kind nie die notwendige Körpergröße erreicht, um 41 oder gar 45 Tasten ohne Wirbelsäulenschaden dauerhaft erreichen zu können? Daß man beim Pianoakkordeon beim Tonumfang irgendwann die Notbremse ziehen muß, ist schon klar. Aber bei Knopfgriff braucht man gerade 7.5cm/Oktave. Wieso soll man seinen Tonvorrat ähnlich beschränken? Letztlich ist das der schriftlichen Notenkultur zu verdanken: warum soll man mehr Töne mit sich rumschleppen, als je in den pianoakkordeonhörigen Noten stünde und die mit Pianoakkordeon eingeschränkten Spieler haben? Das Ebay-Instrument hat insgesamt eine nette Größe, aber warum den Diskant nur halbvoll machen und auf 42 Töne beschneiden (man muß ja schon froh sein, daß es nicht nur mehr 37 sind)? Gerade bei einem dreichörigen Instrument ohne Piccolo ist das doch Unfug, wenn man nicht die Piccololagen mit dem Achtfuß erreichen kann. Die Stimmplatten da oben wiegen doch eh nichts. Und diese rachitisch ausgestatteten Knopfgriffinstrumente greifen langsam um sich. Dabei wären vier Oktaven auch in kleineren Instrumenten kein Problem und sind früher auch recht durchgehend vorhanden gewesen. Speziell bei Oktavstimmung (die ja bei kleineren Instrumenten typisch ist) ist der höhere Umfang ja auch gut verwertbar. Klanglich ist der Bereich ab großem A, der bei Knopfgriffinstrumenten hierzulande üblich ist, gerade bei Schwebeton wirklich toll, so daß man ihn nicht mit MIII in der linken Hand adäquat ersetzen kann, und schon gar nicht mit Oktavregister. Konzertbayans gehen gerne noch eine Quarte tiefer los, dann sind tatsächlich 5 Oktaven Tastatur in Doppeloktavstimmung zu machen, ohne daß man im Piccolo dann einen Oktavknick einbauen müßte. Früher war es halbwegs üblich, Varianten für den höheren Tonumfang, speziell unten, von Knopfgriffinstrumenten in Akkordeonnoten mitzuberücksichtigen. Aber da machen sich immer weniger Komponisten und speziell Transkribisten die Mühe. Schon gar nicht in Akkordeonorchesterarrangements. Hinzu kommt die zunehmende Notenhörigkeit bei den Spielern. Wenn man hingegen improvisiert, spielt man ja doch eher aus, was das Instrument hergibt. Wenn Apollon gewollt hätte, daß Pianotastaturen senkrecht stehen, würde man Konzertflügel kippen. Wie in <URL:http://akkordeonorchesterkaufering.files.wordpress.com/2008/03/ulisteinakkordeon.jpg>, wobei das Bild nicht realistisch ist, weil im Akkordeonorchester die rechte Hand die Klaviatur bedient. Und die Verteilung der Halbtöne für westliche Musik nicht angepaßt scheint. Wie auch immer: dann paßte auch noch ein Klavierquartett auf jede Kleinbühne. Ende der Tirade. Für heute. Wer diesen Beitrag bis zum Ende gelesen hat, ist selbst schuld. -- David Kastrup |
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#2
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David Kastrup wrote:
> Wer diesen Beitrag bis zum Ende gelesen hat, ist selbst schuld. und wer zufällig beim Scrollen auf diesen Satz stößt hat Glück gehabt ;-) Grüße Achim -- www.soulfood-blues.com |
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#3
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Achim Göbel schrieb:
> David Kastrup wrote: > >> Wer diesen Beitrag bis zum Ende gelesen hat, ist selbst schuld. > > und wer zufällig beim Scrollen auf diesen Satz stößt hat Glück gehabt ;-) Wer, wie ich, zuerst Deine Antwort las, auch! :-) Gruss Walter |
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#4
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Walter Schmid wrote:
> Achim Göbel schrieb: >> David Kastrup wrote: >> >>> Wer diesen Beitrag bis zum Ende gelesen hat, ist selbst schuld. >> >> und wer zufällig beim Scrollen auf diesen Satz stößt hat Glück gehabt ;-) > > Wer, wie ich, zuerst Deine Antwort las, auch! :-) cool, dann habe ich ja heute schon einem Menschen glücklich gemacht. Grüße Achim -- www.soulfood-blues.com |
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#5
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David Kastrup schrieb:
> Ne wirklich. Streiche "Piano" aus dem Betreff, den Rest kann man so stehen lassen ;-) |
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#6
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Steff Böckler <rursilber*arcor.de> writes:
> David Kastrup schrieb: > >> Ne wirklich. > > Streiche "Piano" aus dem Betreff, den Rest kann man so stehen lassen > ;-) Als ob Du je ein anderes gehört hättest... -- David Kastrup |
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#7
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David Kastrup schrieb:
[...] >>> Ne wirklich. >> Streiche "Piano" aus dem Betreff, den Rest kann man so stehen lassen >> ;-) > > Als ob Du je ein anderes gehört hättest... Doch sicher: http://www.youtube.com/watch?v=nf6iKBYa49g DIE typische Akkordeonmusik... D&rvvf )Beste Grüße Wilko |
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#8
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Wilko Finke <spockrock*web.de> writes:
> David Kastrup schrieb: > [...] >>>> Ne wirklich. >>> Streiche "Piano" aus dem Betreff, den Rest kann man so stehen lassen >>> ;-) >> >> Als ob Du je ein anderes gehört hättest... > > Doch sicher: > http://www.youtube.com/watch?v=nf6iKBYa49g > > DIE typische Akkordeonmusik... Ein Schiffer_klavier_ _ist_ aber ein Pianoakkordeon. Wenn Du nicht ein Playbackvideo ausgewählt hättest, hättest Du es wohl sehen können. Typische _Akkordeonmusik_ _ohne_ Pianoakkordeon wäre etwa Pariser Musette. Oder finnischer Tango. -- David Kastrup |
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#9
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David Kastrup schrieb:
[...] >>>>> Ne wirklich. >>>> Streiche "Piano" aus dem Betreff, den Rest kann man so stehen lassen >>>> ;-) >>> Als ob Du je ein anderes gehört hättest... >> Doch sicher: >> http://www.youtube.com/watch?v=nf6iKBYa49g >> >> DIE typische Akkordeonmusik... > > Ein Schiffer_klavier_ _ist_ aber ein Pianoakkordeon. Wenn Du nicht ein > Playbackvideo ausgewählt hättest, hättest Du es wohl sehen können. > > Typische _Akkordeonmusik_ _ohne_ Pianoakkordeon wäre etwa Pariser > Musette. Oder finnischer Tango. David, bist Du tatsächlich so humorlos, oder versuchst DU mich grad zu rollen? ![]() Viele Grüße Wilko |
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#10
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On 30 Okt., 08:28, David Kastrup <d...*gnu.org> wrote:
> Steff Böckler <rursil...*arcor.de> writes: > > Streiche "Piano" aus dem Betreff, den Rest kann man so stehen lassen > > ;-) > Als ob Du je ein anderes gehört hättest... Als ob es vom Klang her einen Unterschied gäbe ... (ansonsten gleichwertige Instrumente vorausgesetzt) Gruß, INge -- www.worteundbilder.info |
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