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Vollständige Version anzeigen : Server im Dauerbetrieb


zwerg@habmalnefrage.de
08-07-2008, 11:24 AM
Hallo,

ich hatte gerade eine Unterhaltung mit dem Administrator bei mir in
der Firma.
Ich hatte angefragt, ob ein zeitgesteuerter Betrieb der Server
moeglich waere.
Er ist der Meinung einen Server schaltet man grundsaetzlich niemals
ab.

Er meint, das Risiko des 'NICHT-Wiederanlaufens' uebersteigt den
Nutzen der Kostenersparnis.
Außerdem sei das An-/Ausschalten schlecht fuer die Festplatten.

Ich bin nicht so informiert ueber die Vor- und Nachteile.

Wie seht ihr das?

Zwerg

Lutz Donnerhacke
08-07-2008, 11:28 AM
* zwerg*habmalnefrage.de wrote:
> Wie seht ihr das?

Genauso.

David Pritzkau
08-07-2008, 03:15 PM
Hallo!

zwerg*habmalnefrage.de wrote:
> Er meint, das Risiko des 'NICHT-Wiederanlaufens' uebersteigt den
> Nutzen der Kostenersparnis.

Da möchte ich aber mal anmerken, dass er das bestimmt für ECHTE Server
meint. Also Hardware, die wirklich so abgesichert und ausgelegt ist, dass
diese nicht abgeschaltet werden muss. Einen kleinen Server, den ich hier in
meiner Wohnung habe, ist streng genommen eine Workstation. Es läuft halt
nur Linux mit diversen Serveranwendungen drauf und deshalb nenne ich
ihn "Server". Aber die Software macht ihn noch nicht zu einem 24/7 Server,
da es halt eigentlich ein ehemaliger Arbeitsplatzcomputer war. Da rechnet
sich hoch und runterfahren bei mir energietechnisch schon. Bei
professioneller Serverhardware klingt mir die Argumentation, die dein Admin
anfügt schlüssig.

Mir kommen immer Zweifel, was Serverhardware eigentlich ist und wie man die
definiert. Ein Gegenbeispiel: Jeder kennt doch z.B. die FritzBox in
diversen Varianten. So eine läuft bei mir im Dauerbetrieb. Bei mir hängt
die sich so einmal im Monat auf (sehr schlechte Datenrate). Ich muss sie
vom Strom trennen, Softwareneustart reicht nicht. So etwas wäre bei 24/7
Serverbetrieb nicht tolerierbar. Die Frage ist bloß, ob es in diesem Fall
an der Hardware liegt oder bloß einen Softwarebug (inkl. Firmware und
Hardwarebeschreibungen wie bei FPGAs) betrifft. Macht sich die FritzBox nun
zu einer 24/7 Serverhardware oder doch nicht? Ich finde das Thema nicht so
ganz einfach zu beantworten, wie man denn den Anspruch an Serverbetrieb
messen und einordnen kann.

Grüße!

Josef Moellers
08-07-2008, 04:33 PM
David Pritzkau wrote:
> Hallo!
>
> zwerg*habmalnefrage.de wrote:
>> Er meint, das Risiko des 'NICHT-Wiederanlaufens' uebersteigt den
>> Nutzen der Kostenersparnis.
>
> Da möchte ich aber mal anmerken, dass er das bestimmt für ECHTE Server
> meint. Also Hardware, die wirklich so abgesichert und ausgelegt ist, dass
> diese nicht abgeschaltet werden muss. Einen kleinen Server, den ich hier in
> meiner Wohnung habe, ist streng genommen eine Workstation. Es läuft halt
> nur Linux mit diversen Serveranwendungen drauf und deshalb nenne ich
> ihn "Server". Aber die Software macht ihn noch nicht zu einem 24/7 Server,
> da es halt eigentlich ein ehemaliger Arbeitsplatzcomputer war. Da rechnet
> sich hoch und runterfahren bei mir energietechnisch schon. Bei
> professioneller Serverhardware klingt mir die Argumentation, die dein Admin
> anfügt schlüssig.
>
> Mir kommen immer Zweifel, was Serverhardware eigentlich ist und wie man die
> definiert.

Im Wesentlichen zeichnet sich Serverhardware dadurch aus, daß sie z.B.
24x7 laufen kann. Insbesondere Platten und Lüfter, also mechanische
Teile sind da empfindlich.
Dazu kommen noch Features wie Fernwartbarkeit und Diagnosefähigkeit.

Josef
--
These are my personal views and not those of Fujitsu Siemens Computers!
Josef Möllers (Pinguinpfleger bei FSC)
If failure had no penalty success would not be a prize (T. Pratchett)
Company Details: http://www.fujitsu-siemens.com/imprint.html

Joe N.
08-07-2008, 06:02 PM
zwerg*habmalnefrage.de proclaims:

>Hallo,
>
>ich hatte gerade eine Unterhaltung mit dem Administrator bei mir in
>der Firma.
>Ich hatte angefragt, ob ein zeitgesteuerter Betrieb der Server
>moeglich waere.
>Er ist der Meinung einen Server schaltet man grundsaetzlich niemals
>ab.
>
>Er meint, das Risiko des 'NICHT-Wiederanlaufens' uebersteigt den
>Nutzen der Kostenersparnis.
>Außerdem sei das An-/Ausschalten schlecht fuer die Festplatten.
>
>Ich bin nicht so informiert ueber die Vor- und Nachteile.
>
>Wie seht ihr das?

Auch so.

Platten werden im RAID-Array online und offline geschaltet und können
entfernt ohne den Server runterzufahren. USVs sind für wichtige System
Pflicht. Netzteile werden redundant ausgelegt. Um Ausfallssicherheit
zu erlangen gibt es ein eigenes Feld - nämlich die Hochverfügbarkeit.
Geschäftskritische Serversystem gehören verschlossen in eine gekühlte
Umgebung. Um katastrophensicher zu sein, haben manche Konzerne mehrere
RZs. Das ist ja dafür, damit die Dinger durchlaufen, da will man sie
ja nicht noch manuell rebooten (außer wenn es nicht anders geht).

Stell' Dir vor Du könntest keine E-Mails versenden oder empfangen oder
Google wird einfach mal runtergefahren, weil es in den USA Nacht ist.
Sowas muss 24/7 durchlaufen (können).

Gruß
Joe

zwerg@habmalnefrage.de
08-08-2008, 03:23 PM
Hi Joe,

> Stell' Dir vor Du könntest keine E-Mails versenden oder empfangen oder
> Google wird einfach mal runtergefahren, weil es in den USA Nacht ist.
> Sowas muss 24/7 durchlaufen (können).

Ja, solche Server. Aber der Fileserver in der Firma muss nicht
durchlaufen IMO.
Auch der Kommunikationsserver kann die Emails 1-2 Stunden vor
Geschaeftsbeginn erst laden und nachts benoetigt keiner einen
Netzzugang in der Firma.

Danke, auch den andern, fuer die Antworten.

Zwerg

nojoe222@yahoo.com
08-09-2008, 06:09 PM
x-no-archive: yes

On 8 Aug., 16:23, zw...*habmalnefrage.de wrote:
> Hi Joe,
>
> > Stell' Dir vor Du könntest keine E-Mails versenden oder empfangen oder
> > Google wird einfach mal runtergefahren, weil es in den USA Nacht ist.
> > Sowas muss 24/7 durchlaufen (können).
>
> Ja, solche Server. Aber der Fileserver in der Firma muss nicht
> durchlaufen IMO.
> Auch der Kommunikationsserver kann die Emails 1-2 Stunden vor
> Geschaeftsbeginn erst laden und nachts benoetigt keiner einen
> Netzzugang in der Firma.
>
> Danke, auch den andern, fuer die Antworten.

Ist natürlich eure Sache, wie ihr das handhabt.

Dennoch 3 Fragen:

Wann und wieviel sichert ihr an Daten?

Was passiert, wenn ein Server nicht mehr hochfährt?

Was ist der Vorteil davon, dass ein Server nicht durchläuft?

Im Wesentlichen ist das eine Risikoabwägung. Ich kannte mal einen
Betrieb, der hat Reboots nur am Wochenende wg. der Reaktionszeit
durchgeführt.

Noch was Technisches zu den Platten:

###

"Desktop disk drives are usually specified at about 8 hours a day of
operation since that is the typical work day and the computers
containing the disk drives are usually turned on in the morning and
off at the end of the day. Therefore people wrongfully believe that
leaving drives these running on a 24X7 basis is hard on them. But this
assumption is not necessarily valid because the simple act of turning
drives on and off stresses the drives and itself can be a cause of
premature failure. A SATA drive in a disk subsystem that never shuts
down does not have the problem of periodic power surges coursing
through its integrated circuits every day. Considering that IC
failures are approximately 8 times greater than spindle failures, it
follows that leaving them running all the time actually improves their
reliability.

SCSI and FC disk drives are specified for 24 x 7 operations and have
MTBFs in excess of 1,200,000 hours. Desktop ATA disk drives are
specified with a MTBF of about 600,000 hours Desktop ATA and SATA
drives have a 1-3 year warranty while enterprise SCSI and FC drives
have a 5 year warranty.

###

Das war wohl eine Betrachtung zu SATA-Platten, die kurz nach ihrem
Aufkommen auch in Billig-Server verbaut wurden.

Quelle:
http://www.tomcoughlin.com/Techpapers/DriveReliabilityArticle,%20with%20revisions,%20090 806.pdf

Insgesamt lässt sich hieraus IMO ablesen, dass zum einen Neustarts das
Risko erhöhen, und zum anderen Serverplatten anders gemessen (failure
rate) werden und sicherlich auch etwas anders konstruiert sind. Wenn
der Betrieb natürlich einen Serverausfall locker verdaut, relativiert
sich das Ganze wieder.

Dann mal Waidmannsheil. :)

Gruß
Joe