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| Newsgroup de.alt.sysadmin.recovery Alles, was Systembetreuer aufmuntert. |
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#1
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Leute,
ich muß mich mal hier ausheulen, zumal hier ja auch einige Dienstleister unter uns sein werden (bin auch einer). Ausheulen muß ich mich aber aus der Sicht des Kunden. ES IST IMMER DAS GLEICHE. Ich kann irgendwas nicht selbst -> Ich gehe zu jemandem, der sich damit auskennt. "Hallo, ich habe da dies und das, das muß repariert werden". Soweit so gut. Nun kommt der Fehler. Ich sage: "Machen sie das einfach, machen Sie es gut, ich will das so und so haben, Sie machen das schon, Sie sind der Experte, ich werfe ihnen dann pünktlich das Geld hinterher, vielen Danke im voraus." Das funktioniert meiner Erfahrung nach so nicht. Warum? Weil einem dies als Schwäche ausgelegt wird. Es ist eine Einladung zum inhaltlichen und terminlichen Schludern. Die schwierigen Fälle werden vorgezogen. Diesmal auch wieder. Nicht das erste Mal. Erster Termin ist mit Rückmeldung durch den Dienstleister geplatzt, heutiger Termin ohne Meldung. Arbeitshypothese. Als Kunde sollte man widerwärtig sein. Man wird dazu genötigt. Dienstleister schreien danach. Etwa so: "Sie können Gerüchten zufolge Dienstleistung XY erbringen. Können SIE denn überhaupt nachweisen... An Ihren Mondpreisen gibt es zu bemängeln... Das machen andere aber günstiger ... Ich werde ja noch von Ihnen erwarten dürfen ... Sie haben gefälligst schleunigst... belästigen Sie mich nicht weiter, tun Sie, wofür Sie bezahlt werden... mein Anwalt ... das kann doch nicht angehen" usw. |
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#2
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* On Thu, 22 Oct 2009 19:12:01 +0200, Michael Sçheer wrote:
> Arbeitshypothese. > Als Kunde sollte man widerwärtig sein. Man wird dazu genötigt. > Dienstleister schreien danach. Etwa so: > "Sie können Gerüchten zufolge Dienstleistung XY erbringen. Können SIE > denn überhaupt nachweisen... An Ihren Mondpreisen gibt es zu > bemängeln... Das machen andere aber günstiger ... Ich werde ja noch > von Ihnen erwarten dürfen ... Sie haben gefälligst schleunigst... > belästigen Sie mich nicht weiter, tun Sie, wofür Sie bezahlt werden... > mein Anwalt ... das kann doch nicht angehen" usw. Psychologie. Darf man nicht übertreiben. Innerbetrieblich im Projekt geht's ähnlich. Ein bisschen Druck ist produktiv und bekämpft den Schlendrian. Zu viel Druck führt zu Feindschaft. Dann geht es nur noch darum, dem Auftraggeber einen reinzuwürgen, ohne dass er einen dafür belangen kann. Was tut man, wenn man merkt, dass der Kunde in seinem Pflichtenheft oder in seiner Bestellung was vergessen hat? Was tut man, wenn man auf bestellte Hardware wartet, und man könnte wegen guter Kontakte die Lieferfrist verkürzen? Was tut man, wenn man merkt, dass der Kunde vergessen hat, eine von ihm durchzuführende Aufgabe durchzuführen, und es dann nachts garantiert knallen wird mit Folgen für den morgigen Arbeitstag? Als Profis beeinflusst es uns natürlich nicht, wie wir vom Kunden behandelt werden, oder? |
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#3
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Holger Marzen <holger*marzen.de> wrote:
> Als Profis beeinflusst es uns natürlich nicht, wie wir vom Kunden > behandelt werden, oder? Es beeinflusst lediglich die Art, mit der wir unsererseits mit eben diesem Kunden umgehen. Gruß Roger Schwentker r.schwentker*regioconnect.net -- Teile der Union, vor allem der Wirtschaftsflügel, sind mit der Bewältigung dieser Finanzkrise überfordert. Die wollen nicht einsehen, dass die Marktgläubigkeit die Todsünde des Kapitalismus war [Heiner Geißler, 2009] |
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#4
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Michael Sçheer <2008*usenet.minnapolis.de> wrote:
> "Machen sie das einfach, machen Sie es gut, ich will das so und so > haben, Sie machen das schon, Sie sind der Experte, ich werfe ihnen > dann pünktlich das Geld hinterher, vielen Danke im voraus." > > Das funktioniert meiner Erfahrung nach so nicht. Das ist eine Frage der Kommunikation. Servus, Konni -- Wdszxxsdd Wdszxxsdddffzyeafrdx Wdszxxsdddffzyeafrdxrserreserffd Sorry: Direktübertragung iphone ohne Tastensperre aus meiner Hemdtasche in der brit.Botschaft waehrend small talk mit ähnl. Inhalt -- Jörg Tauss, PIRATEN, via Twitter |
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#5
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Michael Sçheer wrote:
> ES IST IMMER DAS GLEICHE. Ich kann irgendwas nicht selbst -> Ich gehe > zu jemandem, der sich damit auskennt. "Hallo, ich habe da dies und > das, das muß repariert werden". > > Soweit so gut. Nun kommt der Fehler. Ich sage: > > "Machen sie das einfach, machen Sie es gut, ich will das so und so > haben, Sie machen das schon, Sie sind der Experte, ich werfe ihnen > dann pünktlich das Geld hinterher, vielen Danke im voraus." Naja, mit meinem Automechaniker funktioniert das hervorragend. Kürzlich, Loch im Auspuff. Er hätte mir natürlich einen neuen montieren können. Anstatt dies zu tun hat er das Auto kurz auf die Bühne gestellt, das Loch angeschaut und gemeint, schweißbar. Hat dann auch gleich ein Blech zurecht gedengelt und 1/2h später konnte ich weiter fahren. > Das funktioniert meiner Erfahrung nach so nicht. Du hast die falschen Dienstleister. > Warum? Weil einem dies als Schwäche ausgelegt wird. Du hast die falschen Dienstleister. > Es ist eine Einladung zum > inhaltlichen und terminlichen Schludern. Die schwierigen Fälle werden > vorgezogen. Ein Consultnik scheut schwierige Fälle. > Diesmal auch wieder. Nicht das erste Mal. Erster Termin ist mit > Rückmeldung durch den Dienstleister geplatzt, heutiger Termin ohne > Meldung. Dreizeiler an Dienstleister, nächsten sorgfältiger aussuchen. > Arbeitshypothese. > Als Kunde sollte man widerwärtig sein. Man wird dazu genötigt. Du hast die falschen... Ups. Das schrieb ich ja bereits. > Dienstleister schreien danach. Etwa so: > "Sie können Gerüchten zufolge Dienstleistung XY erbringen. Können SIE > denn überhaupt nachweisen... An Ihren Mondpreisen gibt es zu > bemängeln... Das machen andere aber günstiger ... Ja. Solche Kunden *liebe* ich. Wenn ich mich überhaupt darauf einlasse dann bekommen die halt dann auch genau das, was sie gefordert haben. Und kein bit mehr. Und wenn sich dann heraus stellt daß sie etwas ganz anderes wollten - na, mein Problem ist das nicht. Daß auch minimale Change Requests in dem Fall extra kosten - tja, so ist das halt. > Ich werde ja noch > von Ihnen erwarten dürfen ... Sie haben gefälligst schleunigst... > belästigen Sie mich nicht weiter, tun Sie, wofür Sie bezahlt werden... > mein Anwalt ... das kann doch nicht angehen" usw. Ich hatte vor einiger Zeit mal wieder den Fall daß so ein Schmock der Meinung war, er könne die Verantwortung für seine fehlerhafte Spec auf mich abwälzen. Vor die Alternative gestellt, entweder pronto mit der Kohle 'rüber zu wachsen oder genau garnix zu erhalten (das eigentliche Ziel des Projekts wurde trotz fehlerhafter Spec zu ca. 95% erfüllt) stellte sich dann auf der Gegenseite recht schnell Vernunft ein. Beim Folgeauftrag (die restlichen 5%) wurde dann meinen Empfehlungen sehr sorgfältig gelauscht. Ein klarer Fall von "geht doch". |
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#6
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Holger Marzen <holger*marzen.de> wrote:
>Psychologie. Darf man nicht übertreiben. Innerbetrieblich im Projekt >geht's ähnlich. Ein bisschen Druck ist produktiv und bekämpft den >Schlendrian. Zu viel Druck führt zu Feindschaft. Dann geht es nur noch >darum, dem Auftraggeber einen reinzuwürgen, ohne dass er einen dafür >belangen kann. Wenn ich in die Werkstatt gehe, weil ich für irgendeinen Versuch ein Abschirmgehäuse gedreht oder gefräst brauche, dann hat sich folgendes Vorgehen bewährt: - Dem Kollegen in dessen Anwesenheit eine Bleistiftskizze anfertigen, nach der dann auch gleich auch produzieren kann -> er sieht, der Elektronik-Heini ist nicht gänzlich deppert und weiß, was er will. - Auf die unweigerlich kommende Frage, bis wann man es brauche, zu sagen, "Hmmm...ist zwar wichtig...aber eigentlich nicht ultra-dringend, mach' es einfach, wenn Du mal einen Moment Luft hast" -> Kollege will keineswegs, daß das wichtige Projekt verzögert wird, weil er evtl. zu spät ist, und legt baldigst los. - Wenn evtl bissl was schiefgeht und der Kollege meint, "hmm, hier bin ich abgerutscht, stört die kleine Schramme? oder "ist leider ein Zehntel kleiner geworden, habe mich vertan, ist das schlimm?" antworten (sofern es nicht dem Versuchsziel entgegensteht) "Ach?! Habe ich gar nicht bemerkt. Spinn' nicht 'rum, paßt schon, ist perfekt" -> Kollege freut sich. - Bei der unweigerlichen baldigsten Vollzugsmeldung ganz überrascht sein, "Wie, schon fertig?! Ihr seid ja viel zu schnell, da muß ich mich jetzt 'ranhalten, den Kram überhazupt zusammenzulöten. Super, vielen, vielen Dank!!!" -> Kollege freut sich noch mehr. - Bei nächster Gelegenheit (aber zeitnah) ein Trumm Schoko oder eine Wurstsemmel spendieren... BEtriebsintern hat sich das bei uns absolut bewährt. -ras -- Ralph A. Schmid http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/ |
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#7
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Michael Sçheer schrieb:
.... > Als Kunde sollte man widerwärtig sein. Man wird dazu genötigt. > Dienstleister schreien danach. Nein, man sollte sich nur darüber im Klaren sein, daß der eine eben Dienstleister ist und der andere Kunde. Der IT-Dienstleister ist ja weder Dreiviertelgott in schwarz, noch willfähriger Befehlsempfänger. <Nähkästchen> Dem letzten Dienstleister mußte ich kündigen, nachdem er auf "Sie haben Blutdruck, ich gebe Ihnen mal was mit" beharrte. Der Erstzdienstleister hat dann die Erwartungen aus dem einstündigen Bewerbungsgespräch (sie nannte das Anamnese) erfüllt: Tee, etwas pieksen, viele Erklärungen und nach vier Wochen war der Blutdruck "normal". </> Fazit: Die Dienstleister, die sich für Halbgötter in weiß halten, sind oft so störrisch, daß man sie im Zweifel auswechseln muß. Einen guten Dienstleister erkennt man nicht am Mercedes oder an vielen Titeln, man muß sich halt die Mühe der Auswahl machen. Falk -- Herr Westerwelle hat sich versprochen. Er meinte eigentlich "Mehr Brutto für's Netto". |
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#8
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Holger Marzen wrote:
[...] > Als Profis beeinflusst es uns natürlich nicht, wie wir vom Kunden > behandelt werden, oder? Persönlich nicht, aber die Berechnungsmethode fürs Schmerzensgeld. Bernd -- "Designed for Windows" ist das Äquivalent zu Entwicklungsprinzipien der russischen Armee: es muß so gut sein, daß es ein Bauerntrampel nur schwer mutwillig kaputt kriegt. - Arnim Sommer |
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#9
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Bernd Petrovitsch <bernd*bofh.at> wrote:
> > An Ihren Mondpreisen gibt es zu bemängeln... > Gute Leistung kostet gutes Geld. Ja, wir wissen, daß nicht alles, was teuer > ist, auch gut ist. Aber wir haben auch noch selten etwas gesehen, daß billig > und gut war. > > Das machen andere aber günstiger ... > Dann gehen Sie mal zu den anderen - wir sind später immer noch da. Sehr hübsch, ja. Preise sind sicher eine Frage des Umfelds, aber das ist im Grunde ein anderes, interessantes Thema: "Der Pöbel soll draußen bleiben"/"wen bedient man"?. Meine Frau hat neulich Pizza zu sehr hohen Preisen in Kaarst gegessen. Das soll wohl eine Schlafstadt für Düsseldorf sein. Wofür gibt es hohe Preise? Der Mehrwert scheint eher darin zu bestehen, unter sich zu bleiben. Meine Theorie ist ja, dass das Ruhrgebiet vollständig verkommen wird, das ist einfach ein Teufelskreis und auch eine Frage von Zuzug und Wegzug. Das Geld wandert sicher weg. Man muss nur mal mit offenen Augen mit der Bahn quer durch, von Dortmund nach Duisburg fahren. Es ist sehr viel Bausubstanz kaputt, die Bahnhöfe abschreckend. Fefe hats als Berliner ja auch mal bemerkt. Selber merkt man das ja nicht immer so, weil man sich an vieles gewöhnt. Ach so, hier im aktuellen Fall geht es weniger um betriebliche Dienstleistungen im großen Stil, sondern um private. Also: Großer ortsansässiger Radio/Fernsehladen soll mir aufs Haus klettern und LNB erneuern, weil Dachrinnen schieben schwierig ist und ich nicht hoch aufs Dach gehe... |
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#10
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Michael Sçheer <2008*usenet.minnapolis.de> wrote:
>Man muss nur mal mit offenen Augen mit der Bahn quer durch, von >Dortmund nach Duisburg fahren. Es ist sehr viel Bausubstanz kaputt, >die Bahnhöfe abschreckend. Die Bahn ist aber auch ein besonders schlechtes Beispiel; die dortige Regionalniederlasung läßt da alles irgendwie einfach nur vergammeln ![]() Siehe dazu auch http://dk5ras.dyndns.org/www/bc/?p=460, besonders das Bild zur steckbrieflichen Suche :-) -ras -- Ralph A. Schmid http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/ |
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