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Newsgroup de.alt.sysadmin.recovery Alles, was Systembetreuer aufmuntert.

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  #1  
Alt 10-22-2009, 06:12 PM
Michael Sçheer
 
Beiträge: n/a
Standard Dienstleister vs. K

Leute,

ich muß mich mal hier ausheulen, zumal hier ja auch einige
Dienstleister unter uns sein werden (bin auch einer). Ausheulen muß
ich mich aber aus der Sicht des Kunden.

ES IST IMMER DAS GLEICHE. Ich kann irgendwas nicht selbst -> Ich gehe
zu jemandem, der sich damit auskennt. "Hallo, ich habe da dies und
das, das muß repariert werden".

Soweit so gut. Nun kommt der Fehler. Ich sage:

"Machen sie das einfach, machen Sie es gut, ich will das so und so
haben, Sie machen das schon, Sie sind der Experte, ich werfe ihnen
dann pünktlich das Geld hinterher, vielen Danke im voraus."

Das funktioniert meiner Erfahrung nach so nicht. Warum? Weil einem
dies als Schwäche ausgelegt wird. Es ist eine Einladung zum
inhaltlichen und terminlichen Schludern. Die schwierigen Fälle werden
vorgezogen.
Diesmal auch wieder. Nicht das erste Mal. Erster Termin ist mit
Rückmeldung durch den Dienstleister geplatzt, heutiger Termin ohne
Meldung.

Arbeitshypothese.
Als Kunde sollte man widerwärtig sein. Man wird dazu genötigt.
Dienstleister schreien danach. Etwa so:
"Sie können Gerüchten zufolge Dienstleistung XY erbringen. Können SIE
denn überhaupt nachweisen... An Ihren Mondpreisen gibt es zu
bemängeln... Das machen andere aber günstiger ... Ich werde ja noch
von Ihnen erwarten dürfen ... Sie haben gefälligst schleunigst...
belästigen Sie mich nicht weiter, tun Sie, wofür Sie bezahlt werden...
mein Anwalt ... das kann doch nicht angehen" usw.
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  #2  
Alt 10-22-2009, 06:26 PM
Holger Marzen
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Dienstleister vs. Kunde: Spannungen immererwünscht

* On Thu, 22 Oct 2009 19:12:01 +0200, Michael Sçheer wrote:

> Arbeitshypothese.
> Als Kunde sollte man widerwärtig sein. Man wird dazu genötigt.
> Dienstleister schreien danach. Etwa so:
> "Sie können Gerüchten zufolge Dienstleistung XY erbringen. Können SIE
> denn überhaupt nachweisen... An Ihren Mondpreisen gibt es zu
> bemängeln... Das machen andere aber günstiger ... Ich werde ja noch
> von Ihnen erwarten dürfen ... Sie haben gefälligst schleunigst...
> belästigen Sie mich nicht weiter, tun Sie, wofür Sie bezahlt werden...
> mein Anwalt ... das kann doch nicht angehen" usw.


Psychologie. Darf man nicht übertreiben. Innerbetrieblich im Projekt
geht's ähnlich. Ein bisschen Druck ist produktiv und bekämpft den
Schlendrian. Zu viel Druck führt zu Feindschaft. Dann geht es nur noch
darum, dem Auftraggeber einen reinzuwürgen, ohne dass er einen dafür
belangen kann.

Was tut man, wenn man merkt, dass der Kunde in seinem Pflichtenheft oder
in seiner Bestellung was vergessen hat?
Was tut man, wenn man auf bestellte Hardware wartet, und man könnte
wegen guter Kontakte die Lieferfrist verkürzen?
Was tut man, wenn man merkt, dass der Kunde vergessen hat, eine von ihm
durchzuführende Aufgabe durchzuführen, und es dann nachts garantiert
knallen wird mit Folgen für den morgigen Arbeitstag?

Als Profis beeinflusst es uns natürlich nicht, wie wir vom Kunden
behandelt werden, oder?
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 10-22-2009, 07:19 PM
Roger Schwentker
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Dienstleister vs. Kunde: Spannungen immer erwünscht

Holger Marzen <holger*marzen.de> wrote:
> Als Profis beeinflusst es uns natürlich nicht, wie wir vom Kunden
> behandelt werden, oder?


Es beeinflusst lediglich die Art, mit der wir unsererseits mit
eben diesem Kunden umgehen.

Gruß
Roger Schwentker
r.schwentker*regioconnect.net
--
Teile der Union, vor allem der Wirtschaftsflügel, sind mit der Bewältigung
dieser Finanzkrise überfordert. Die wollen nicht einsehen, dass die
Marktgläubigkeit die Todsünde des Kapitalismus war [Heiner Geißler, 2009]
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 10-22-2009, 09:40 PM
Konni Scheller
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Dienstleister vs. Kunde: Spannungen immer erwünscht

Michael Sçheer <2008*usenet.minnapolis.de> wrote:

> "Machen sie das einfach, machen Sie es gut, ich will das so und so
> haben, Sie machen das schon, Sie sind der Experte, ich werfe ihnen
> dann pünktlich das Geld hinterher, vielen Danke im voraus."
>
> Das funktioniert meiner Erfahrung nach so nicht.


Das ist eine Frage der Kommunikation.

Servus,
Konni
--
Wdszxxsdd Wdszxxsdddffzyeafrdx Wdszxxsdddffzyeafrdxrserreserffd
Sorry: Direktübertragung iphone ohne Tastensperre aus meiner Hemdtasche
in der brit.Botschaft waehrend small talk mit ähnl. Inhalt
-- Jörg Tauss, PIRATEN, via Twitter
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  #5  
Alt 10-23-2009, 06:35 AM
Dietz Proepper
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Dienstleister vs. Kunde: Spannungen immer erwünscht

Michael Sçheer wrote:

> ES IST IMMER DAS GLEICHE. Ich kann irgendwas nicht selbst -> Ich gehe
> zu jemandem, der sich damit auskennt. "Hallo, ich habe da dies und
> das, das muß repariert werden".
>
> Soweit so gut. Nun kommt der Fehler. Ich sage:
>
> "Machen sie das einfach, machen Sie es gut, ich will das so und so
> haben, Sie machen das schon, Sie sind der Experte, ich werfe ihnen
> dann pünktlich das Geld hinterher, vielen Danke im voraus."


Naja, mit meinem Automechaniker funktioniert das hervorragend. Kürzlich, Loch
im Auspuff. Er hätte mir natürlich einen neuen montieren können. Anstatt dies
zu tun hat er das Auto kurz auf die Bühne gestellt, das Loch angeschaut und
gemeint, schweißbar. Hat dann auch gleich ein Blech zurecht gedengelt und 1/2h
später konnte ich weiter fahren.

> Das funktioniert meiner Erfahrung nach so nicht.


Du hast die falschen Dienstleister.

> Warum? Weil einem dies als Schwäche ausgelegt wird.


Du hast die falschen Dienstleister.

> Es ist eine Einladung zum
> inhaltlichen und terminlichen Schludern. Die schwierigen Fälle werden
> vorgezogen.


Ein Consultnik scheut schwierige Fälle.

> Diesmal auch wieder. Nicht das erste Mal. Erster Termin ist mit
> Rückmeldung durch den Dienstleister geplatzt, heutiger Termin ohne
> Meldung.


Dreizeiler an Dienstleister, nächsten sorgfältiger aussuchen.

> Arbeitshypothese.
> Als Kunde sollte man widerwärtig sein. Man wird dazu genötigt.


Du hast die falschen... Ups. Das schrieb ich ja bereits.

> Dienstleister schreien danach. Etwa so:
> "Sie können Gerüchten zufolge Dienstleistung XY erbringen. Können SIE
> denn überhaupt nachweisen... An Ihren Mondpreisen gibt es zu
> bemängeln... Das machen andere aber günstiger ...


Ja. Solche Kunden *liebe* ich. Wenn ich mich überhaupt darauf einlasse dann
bekommen die halt dann auch genau das, was sie gefordert haben. Und kein bit
mehr. Und wenn sich dann heraus stellt daß sie etwas ganz anderes wollten -
na, mein Problem ist das nicht. Daß auch minimale Change Requests in dem Fall
extra kosten - tja, so ist das halt.

> Ich werde ja noch
> von Ihnen erwarten dürfen ... Sie haben gefälligst schleunigst...
> belästigen Sie mich nicht weiter, tun Sie, wofür Sie bezahlt werden...
> mein Anwalt ... das kann doch nicht angehen" usw.


Ich hatte vor einiger Zeit mal wieder den Fall daß so ein Schmock der Meinung
war, er könne die Verantwortung für seine fehlerhafte Spec auf mich abwälzen.
Vor die Alternative gestellt, entweder pronto mit der Kohle 'rüber zu wachsen
oder genau garnix zu erhalten (das eigentliche Ziel des Projekts wurde trotz
fehlerhafter Spec zu ca. 95% erfüllt) stellte sich dann auf der Gegenseite
recht schnell Vernunft ein.

Beim Folgeauftrag (die restlichen 5%) wurde dann meinen Empfehlungen sehr
sorgfältig gelauscht. Ein klarer Fall von "geht doch".
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 10-23-2009, 09:53 AM
Ralph A. Schmid, dk5ras
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Dienstleister vs. K

Holger Marzen <holger*marzen.de> wrote:

>Psychologie. Darf man nicht übertreiben. Innerbetrieblich im Projekt
>geht's ähnlich. Ein bisschen Druck ist produktiv und bekämpft den
>Schlendrian. Zu viel Druck führt zu Feindschaft. Dann geht es nur noch
>darum, dem Auftraggeber einen reinzuwürgen, ohne dass er einen dafür
>belangen kann.


Wenn ich in die Werkstatt gehe, weil ich für irgendeinen Versuch ein
Abschirmgehäuse gedreht oder gefräst brauche, dann hat sich folgendes
Vorgehen bewährt:

- Dem Kollegen in dessen Anwesenheit eine Bleistiftskizze anfertigen,
nach der dann auch gleich auch produzieren kann -> er sieht, der
Elektronik-Heini ist nicht gänzlich deppert und weiß, was er will.

- Auf die unweigerlich kommende Frage, bis wann man es brauche, zu
sagen, "Hmmm...ist zwar wichtig...aber eigentlich nicht
ultra-dringend, mach' es einfach, wenn Du mal einen Moment Luft hast"
-> Kollege will keineswegs, daß das wichtige Projekt verzögert wird,
weil er evtl. zu spät ist, und legt baldigst los.

- Wenn evtl bissl was schiefgeht und der Kollege meint, "hmm, hier bin
ich abgerutscht, stört die kleine Schramme? oder "ist leider ein
Zehntel kleiner geworden, habe mich vertan, ist das schlimm?"
antworten (sofern es nicht dem Versuchsziel entgegensteht) "Ach?! Habe
ich gar nicht bemerkt. Spinn' nicht 'rum, paßt schon, ist perfekt" ->
Kollege freut sich.

- Bei der unweigerlichen baldigsten Vollzugsmeldung ganz überrascht
sein, "Wie, schon fertig?! Ihr seid ja viel zu schnell, da muß ich
mich jetzt 'ranhalten, den Kram überhazupt zusammenzulöten. Super,
vielen, vielen Dank!!!" -> Kollege freut sich noch mehr.

- Bei nächster Gelegenheit (aber zeitnah) ein Trumm Schoko oder eine
Wurstsemmel spendieren...

BEtriebsintern hat sich das bei uns absolut bewährt.


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 10-23-2009, 09:58 AM
Falk Willberg
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Dienstleister vs. Kunde: Spannungen immer erwünscht

Michael Sçheer schrieb:

....

> Als Kunde sollte man widerwärtig sein. Man wird dazu genötigt.
> Dienstleister schreien danach.


Nein, man sollte sich nur darüber im Klaren sein, daß der eine eben
Dienstleister ist und der andere Kunde.

Der IT-Dienstleister ist ja weder Dreiviertelgott in schwarz, noch
willfähriger Befehlsempfänger.

<Nähkästchen>
Dem letzten Dienstleister mußte ich kündigen, nachdem er auf "Sie haben
Blutdruck, ich gebe Ihnen mal was mit" beharrte.

Der Erstzdienstleister hat dann die Erwartungen aus dem einstündigen
Bewerbungsgespräch (sie nannte das Anamnese) erfüllt: Tee, etwas
pieksen, viele Erklärungen und nach vier Wochen war der Blutdruck "normal".
</>

Fazit: Die Dienstleister, die sich für Halbgötter in weiß halten, sind
oft so störrisch, daß man sie im Zweifel auswechseln muß. Einen guten
Dienstleister erkennt man nicht am Mercedes oder an vielen Titeln, man
muß sich halt die Mühe der Auswahl machen.

Falk
--
Herr Westerwelle hat sich versprochen. Er meinte eigentlich "Mehr Brutto
für's Netto".
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 10-23-2009, 10:18 AM
Bernd Petrovitsch
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Dienstleister vs. Kunde: Spannungen immer erwünscht

Holger Marzen wrote:
[...]
> Als Profis beeinflusst es uns natürlich nicht, wie wir vom Kunden
> behandelt werden, oder?

Persönlich nicht, aber die Berechnungsmethode fürs Schmerzensgeld.

Bernd
--
"Designed for Windows" ist das Äquivalent zu Entwicklungsprinzipien
der russischen Armee: es muß so gut sein, daß es ein Bauerntrampel
nur schwer mutwillig kaputt kriegt. - Arnim Sommer
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 10-23-2009, 01:36 PM
Michael Sçheer
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Dienstleister vs. K

Bernd Petrovitsch <bernd*bofh.at> wrote:

> > An Ihren Mondpreisen gibt es zu bemängeln...

> Gute Leistung kostet gutes Geld. Ja, wir wissen, daß nicht alles, was teuer
> ist, auch gut ist. Aber wir haben auch noch selten etwas gesehen, daß billig
> und gut war.
> > Das machen andere aber günstiger ...

> Dann gehen Sie mal zu den anderen - wir sind später immer noch da.


Sehr hübsch, ja. Preise sind sicher eine Frage des Umfelds, aber das
ist im Grunde ein anderes, interessantes Thema: "Der Pöbel soll
draußen bleiben"/"wen bedient man"?. Meine Frau hat neulich Pizza zu
sehr hohen Preisen in Kaarst gegessen. Das soll wohl eine Schlafstadt
für Düsseldorf sein. Wofür gibt es hohe Preise? Der Mehrwert scheint
eher darin zu bestehen, unter sich zu bleiben.
Meine Theorie ist ja, dass das Ruhrgebiet vollständig verkommen wird,
das ist einfach ein Teufelskreis und auch eine Frage von Zuzug und
Wegzug. Das Geld wandert sicher weg.
Man muss nur mal mit offenen Augen mit der Bahn quer durch, von
Dortmund nach Duisburg fahren. Es ist sehr viel Bausubstanz kaputt,
die Bahnhöfe abschreckend. Fefe hats als Berliner ja auch mal bemerkt.
Selber merkt man das ja nicht immer so, weil man sich an vieles
gewöhnt.

Ach so, hier im aktuellen Fall geht es weniger um betriebliche
Dienstleistungen im großen Stil, sondern um private. Also: Großer
ortsansässiger Radio/Fernsehladen soll mir aufs Haus klettern und LNB
erneuern, weil Dachrinnen schieben schwierig ist und ich nicht hoch
aufs Dach gehe...
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 10-23-2009, 02:56 PM
Ralph A. Schmid, dk5ras
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Dienstleister vs. K

Michael Sçheer <2008*usenet.minnapolis.de> wrote:

>Man muss nur mal mit offenen Augen mit der Bahn quer durch, von
>Dortmund nach Duisburg fahren. Es ist sehr viel Bausubstanz kaputt,
>die Bahnhöfe abschreckend.


Die Bahn ist aber auch ein besonders schlechtes Beispiel; die dortige
Regionalniederlasung läßt da alles irgendwie einfach nur vergammeln

Siehe dazu auch
http://dk5ras.dyndns.org/www/bc/?p=460,
besonders das Bild zur steckbrieflichen Suche :-)


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/
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