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| Newsgroup de.etc.sprache.deutsch Die deutsche Sprache: Fragen, Antworten und Diskussionen. |
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#1
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Hallo
Gerade stöbere ich im Internet und finde unter dem Stichwort "Metathese (in der Phonetik)" ein Beispiel für eine "r" Metathese: engl. to wrestle – ndl. worstelen Dieses ndl. Wort scheint das Vorbild für hochdeutsch wurschteln zu sein, welches ich bei Grimm nicht finde. "to wrestle" und "wurschteln" passen irgenwie gut zusammen. Jetzt stelle ich mir die Frage, ob nicht auch das Wort "Wurst" zum gleichem Stamm gehört. Laut Duden Herkunftswörterbuch ist die Herkunft des Wortes "Wurst" unklar. (wie oft auch deren Inkredenzien) Die Wurst wäre demzufolge nach dem "Ringkampf" des Metzgers (wahlweise Fleischers, Schlachters oder Selchers) mit den Inhaltsstoffen der Wurst benannt. Wer mal die Wurstherstellung beobachtet hat, weiss was ich mit Ringkampf hier meine. Nur mal so ins Unreine gedacht. Oder hat "Wurst" mit englisch "worst" zu tun? Gruss Markus |
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#2
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Hier muß man aufpassen Henne und Ei nicht zu verwursteln. Ich möchte
mich nicht darauf versteifen, würde aber in Erwägung ziehen, daß wursteln von "Wurst" kommt, da letzteres der konkretere Begriff ist, und abstrakte Begriffe historisch meist in konkreten Anschauungen ihren Ursprung finden. Allerdings nur Spekulatius. |
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#3
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Markus Loch [...] wrote:
> Gerade stöbere ich im Internet und finde unter > dem Stichwort "Metathese (in der Phonetik)" ein > Beispiel für eine "r" Metathese: > > engl. to wrestle - ndl. worstelen > > Dieses ndl. Wort scheint das Vorbild für hochdeutsch > wurschteln zu sein, welches ich bei Grimm nicht finde. Schau nach unter "WURSTELN" und "WORSTELN": | WURSTELN, /vb., wie/ worsteln (/s. d./) /zu mnd. mnl. nl./ | worsteln, /ae./ wræstlian, /engl./ to wrestle 'ringen, kämpfen', | das auf dt. boden in ostfries./ worsteln, wursteln 'ringen, | kämpfen, sich anstrengen' [...] weiterlebt/ [...] | WORSTELN, /vb., nd. und nl. für 'wursteln'./ wringen, kempen, | worstelen, (/md./) warstelen /luctari, palestrare/ (15., 16. | jh.) DIEFENBACH /gloss./ 338a; 406b. /in der schiffersprache/ | gegen den wind worsteln /den wind abkneifen/ CAMPE 5, 775; | BOBRIK /naut. wb./ 743b. -- -- Steve My e-mail address works as is. |
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#4
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On Tue, 03 Nov 2009 23:21:24 +0100, Markus Loch <M*rkusLo.ch>
wrote: >Gerade stöbere ich im Internet und finde unter >dem Stichwort "Metathese (in der Phonetik)" ein >Beispiel für eine "r" Metathese: > >engl. to wrestle – ndl. worstelen > >Dieses ndl. Wort scheint das Vorbild für hochdeutsch >wurschteln zu sein, welches ich bei Grimm nicht finde. > >"to wrestle" und "wurschteln" passen irgenwie >gut zusammen. Pfeifers Etymologisches Wörterbuch führt wursteln auf wursten (Wurst machen) zurück. >Jetzt stelle ich mir die Frage, ob nicht auch das Wort >"Wurst" zum gleichem Stamm gehört. Laut Duden >Herkunftswörterbuch ist die Herkunft des Wortes "Wurst" >unklar. (wie oft auch deren Inkredenzien) > >Die Wurst wäre demzufolge nach dem "Ringkampf" des Metzgers >(wahlweise Fleischers, Schlachters oder Selchers) mit den >Inhaltsstoffen der Wurst benannt. Wer mal die Wurstherstellung >beobachtet hat, weiss was ich mit Ringkampf hier meine. > >Nur mal so ins Unreine gedacht. > >Oder hat "Wurst" mit englisch "worst" zu tun? Laut Pfeifer ist die Herkunft zwar ungewiss, aber eine Verbindung mit ursti (Gedrehtes) oder uert (gedreht) sei nicht unwahrscheinlich. Er schreibt auch was von einer Dentalerweiterung von uert (drehen), was mir den Magen umdreht vor Zahnweh. Möglich sei auch ein Zusammenhang mit wirr. Ich bin kein Linguini, aber es würde mich wundern, wenn ein so althergebrachtes Wort aus dem Englischen stammte. Meist liegen in solchen Fällen doch gemeinsame Wurzeln vor und keine Ableitungen, oder nicht? __ Viele Grüße Gerald Fix |
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#5
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On 3 Nov., 23:21, Markus Loch <M...*rkusLo.ch> wrote:
> Hallo > > Gerade stöbere ich im Internet und finde unter > dem Stichwort "Metathese (in der Phonetik)" ein > Beispiel für eine "r" Metathese: > > engl. to wrestle – ndl. worstelen > > Dieses ndl. Wort scheint das Vorbild für hochdeutsch > wurschteln zu sein, welches ich bei Grimm nicht finde. > > "to wrestle" und "wurschteln" passen irgenwie > gut zusammen. > > Jetzt stelle ich mir die Frage, ob nicht auch das Wort > "Wurst" zum gleichem Stamm gehört. Laut Duden > Herkunftswörterbuch ist die Herkunft des Wortes "Wurst" > unklar. (wie oft auch deren Inkredenzien) Vielleicht sind mit den kämpferischen Anstrengungen des Metzgers weniger die Vermischung der Ingredenzien - das gleicht ja der Teigherstellung - als das Verfahren des Hineinstopfens und besonders das des Abdrehens des Wurstdarms jeweils nach einer bestimmten Menge gemeint. Das hat Steve jedenfalls auch zitiert: I 406b. /in der schiffersprache/ | gegen den wind worsteln /den wind abkneifen/ CAMPE 5, 775; | BOBRIK /naut. wb./ 743b. -- > Die Wurst wäre demzufolge nach dem "Ringkampf" des Metzgers > (wahlweise Fleischers, Schlachters oder Selchers) mit den > Inhaltsstoffen der Wurst benannt. Wer mal die Wurstherstellung > beobachtet hat, weiss was ich mit Ringkampf hier meine. Dies nämlich ist mir mir aus fernen Kindheitstagen noch im Gedächtnis: ein Gestopfe und Gedrehe. Der saloppe Ausdruck wurschteln meint offenbar tatsächlich ursprünglich "sich anstrengen", aber auf einer augenzwinkernden Ebene, also als Bild noch erfolgloser, zielloser Anstrengung. Und wenn etwas "wurscht" ist, ist damit die Gleichförmigkeit der gedrehten Produkte gemeint? Gruß Gunhild |
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#6
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Gunhild Simon tat kund:
> Vielleicht sind mit den kämpferischen Anstrengungen des Metzgers > weniger die Vermischung der Ingredenzien - das gleicht ja der > Teigherstellung - als das Verfahren des Hineinstopfens und besonders > das des Abdrehens des Wurstdarms jeweils nach einer bestimmten Menge > gemeint. > > Das hat Steve jedenfalls auch zitiert: > I 406b. /in der schiffersprache/ > | gegen den wind worsteln /den wind abkneifen/ CAMPE 5, 775; > | BOBRIK /naut. wb./ 743b. -- > > > Die Wurst wäre demzufolge nach dem "Ringkampf" des Metzgers > > (wahlweise Fleischers, Schlachters oder Selchers) mit den > > Inhaltsstoffen der Wurst benannt. Wer mal die Wurstherstellung > > beobachtet hat, weiss was ich mit Ringkampf hier meine. Das sagt ja auch der Dichter, indem er einen Ringkampf beschreibt: "Wirr wie lebendige Sülze mengt sich die Anatomie." |
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#7
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On 4 Nov., 07:13, Gerald Fix <gerald....*t-online.de> wrote:
> On Tue, 03 Nov 2009 23:21:24 +0100, Markus Loch <M...*rkusLo.ch> > wrote: .... > >"to wrestle" und "wurschteln" passen irgenwie > >gut zusammen. Wenn to wrestle ringen heißt, wenn ringen etwa aussagt, jmdn drehen, drücken, dann ist auch die Verbindung zu wringen naheliegend. > > Pfeifers Etymologisches Wörterbuch führt wursteln auf wursten > (Wurst machen) zurück. > > >Jetzt stelle ich mir die Frage, ob nicht auch das Wort > >"Wurst" zum gleichem Stamm gehört. Laut Duden > >Herkunftswörterbuch ist die Herkunft des Wortes "Wurst" > >unklar. > > >Die Wurst wäre demzufolge nach dem "Ringkampf" des Metzgers > >... mit den > >Inhaltsstoffen der Wurst benannt. > Laut Pfeifer ist die Herkunft zwar ungewiss, aber eine > Verbindung mit ursti (Gedrehtes) oder uert (gedreht) sei nicht > unwahrscheinlich. .. Wringen, auswringen, also zusammendrehen, ist im Wörterbuch eines der wenigen Wörter mit /wr/. Die anderen sind: Wrack/wrack, wriggen,wricken (Vorwärtsziehen eines Bootes) und Wrasen (Küchendampf, ist mir nur geläufig aus dem Wort "Wrasenschieber", einer regulierbaren Öffnung am Backofen). Wrasen, ein fast vergessenes, bäuerliches (?) Wort. Und die anderen, klingen sie nicht irgendwie niederdeutsch? Gruß Gunhild |
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#8
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Gunhild Simon <gunhild.simon*yahoo.de> wrote:
> und Wrasen (Küchendampf, ist mir nur geläufig aus dem Wort > "Wrasenschieber", einer regulierbaren Öffnung am Backofen). Noch keinen Wrasenabzug in der Küche? vG |
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#9
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Am Wed, 4 Nov 2009 10:05:52 +0100 schrieb Volker Gringmuth:
> Gunhild Simon <gunhild.simon*yahoo.de> wrote: > >> und Wrasen (Küchendampf, ist mir nur geläufig aus dem Wort >> "Wrasenschieber", einer regulierbaren Öffnung am Backofen). > > Noch keinen Wrasenabzug in der Küche? Nie gehört. -- Schönen Gruß aus der "lebenswertesten Stadt der Welt"! http://www.iht.com/articles/2007/06/...mon1munich.php Michael |
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#10
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On 4 Nov., 10:05, Volker Gringmuth <vgringm...*gmx.net> wrote:
> Gunhild Simon <gunhild.si...*yahoo.de> wrote: > > und Wrasen (Küchendampf, ist mir nur geläufig aus dem Wort > > "Wrasenschieber", einer regulierbaren Öffnung am Backofen). > > Noch keinen Wrasenabzug in der Küche? Doch hab ich. Aber das Ding heißt anders: Abzugshaube glaube ich. Meine macht einen Höllenlärm. Wrasen ist mir gerade kürzlich begegnet und ich staunte, daß ich mich darauf besann. Bei H. Hesse, Th. Mann oder in dem Film "Das weiße Band". Jedenfalls in einem älteren - und ich meine: bäuerlichen - sprachlichen Zusammenhang. Gruß Gunhild |
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