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#1
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Stimmt es, das am Anfang Jahwe ein Partnerin mit dem Namen Ashera hatte
bevor der Wechsel zum Monotaismus erfolgte? Wo kann man näheres erfahren? Gruß Kerstin |
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#2
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On Wed, 14 Oct 2009 21:06:15 +0200, "Kerstin" <cricky*arcor.de> wrote:
>Stimmt es, das am Anfang Jahwe ein Partnerin mit dem Namen Ashera hatte >bevor der Wechsel zum Monotaismus erfolgte? Wo kann man näheres >erfahren? > >Gruß >Kerstin > > hmmm... Google "Monotaismus" 4 Treffer. (Ab nu sinds 5) w. |
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#3
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Hallo Kerstin,
Kerstin schrieb: > Stimmt es, das am Anfang Jahwe ein Partnerin mit dem Namen Ashera hatte > bevor der Wechsel zum Monotheismus erfolgte? Wo kann man näheres > erfahren? So ließe sich argumentieren, wenn man vereinzelten Funden mit entsprechenden Inschriften allein vertraute. Allerdings ist dabei viel Vorsicht vonnöten, weil die überlieferte Religionsgeschichte der Juden duch diverse Redaktionsphasen ihrer Heiligen Bücher korrumpiert ist und deshalb ein sehr verschwommenes Bild besonders von den Anfängen des religiösen Status vorherrscht. Einfacher gesprochen: Niemand weiß Genaues. Aber folgendes läßt sich konstatieren: Die Einwanderung diverser Stämme nach Palästina (zu dem auch das biblisch sog. 'Land Kanaan' gehört) erfolgte nicht, wie es die Geschichtsbücher der /Schrift/ und auch schon die Tora suggerieren wollen, in einem Zuge durch das sog. 'Volk Israel', das dann unter seinem Herrführer Joshua sein neues Territorium (das 'Gelobte Land') erobert hätte, sondern war erwiesenermaßen ein allmähliches Einsickern ganz unterschiedlicher Stämme (zu dem auch ein Verschmelzen mit autochthonen - allerdings sehr rückständigen Bewohnern [der Bergregionen] - gehörte), die natürlicherweise auch ganz unterschiedliche religiöse Vorstellungen hatten. Die Ausbildung hin auf monotheistische Vorstellungen war ein jahrhunderte währender Prozeß; davor pflegten jene Stämme, die später zum 'Volk Israel' vereint wurden, polytheistische Vorstellungen wie auch ihre gesamte vorderorientalsche kulturelle Umwelt. Zwei Dinge sind zunächst mal - im bereits redigierten /Schrifttext/ - signifikant: 1. Es gibt nicht einen, sondern (mindestens) 2 GOttesnamen. 2. Es ist selbst den Redakteuren, die einen eindeutigen Monotheismus präferierten, nicht gelungen, den /El/ mancher /Schrift/teile durch JAHWE zu ersetzen. Was lernen wir daraus? Zweifellos eines: Daß nämlich manche Teile der /Schrift/, in denen der israelitische Gott /El/ heißt, so heilig waren, daß sich niemand getraut hat, sie so zu verstümmeln, daß der Name /El/ verschwindet! Und nun ist ja, oben wurde es bereits angedeutet, die Geschichte des Werdens des Volkes Israel - besonders hinsichtlich des Ägyptenaufenhaltes und der unter Moses geführten "Rückkehr" in die vorgebliche Heimat - eine erfundene Gerschichte, die kein geschichtlich-archäologisches /fundamentum in re/ hat. Ineins mit obigem Gottesnamenproblem läßt sich daraus schließen, daß jene Stämme, die in einem langen geschichtl. Prozeß in Palästina eingesickert sind, auch ganz unterschiedliche Götter verehrten, wobei /El/ in der in Frage kommenden Zeit ein Gott ist, der im ganzen AO verbreitet ist und zahlreiche Kulte genießt, derweil JWHW zweifellos einen sehr exotischen, marginaler vorderorientalischer Gott repräsentiert, der höchstwahrscheinlich von Midian herkommend nach Palästina importiert wurde (die Eröffnung des GOttesnamens geschah ja dort lt. /Schrift/text). So, soviel mal zur Propädeutik ... Jetzt zu Ashera: Sie ist eine der ältesten Gottheiten des gesamten AO und erfährt in diversen Regionen des Vorderen Orients unter diversen Ausprägungen viele Kulte. Zurück geht sie letztlich auf die mächtige sumerisch/akkadische Göttin /Inannna/ bzw. /Ischtar/. Auch die aus dem Tanach und dem Alten Testament wohlbekannnte /Astarte/ ist letztlich eine Spielart Ischtars, eben genauso wie Ashera (die diversen Namen hängen auch alle etymologisch zusammen; ihr Stern war die Venus [Morgen- *und* Abendstern], im AO zumeist als achteckiger Stern dargestellt). Und in *Kanaan*, jenem Land, das die Israeliten angeblich eroberten bzw. mit dem sie lange in Streit lagen (Philister), war Ashera die ehelich verbundene Göttin neben El! El aber ist identisch auch mit den diversen Baalen, die im Tanach immer wieder als jene Götter dargestellt werden, denen die Israeliten nicht anhängenn sollen, weil ihr GOtt JWHW sei! Und folglich: Es ist offensichtlich, daß zumindest Teile der späteren Israeliten zuerst Anhänger von El/Baal/Ashera/Astarte etc. waren, diese kultisch verehrten und damit in Konflikt mit den Anhängern JWHWs kamen. Das liegt u.a. auch daran, daß die hochentwickelte städtische Kultur Kanaans etc. (vgl. z.B. Ugarit/Ras Schamra) für die primitiven (hauptsächlich agrarisch operierenden) und kulturell unterwickelten Israeliten eine hohe Anziehungskraft besaß; weshalb sie *auch* denn entsprechenden Gottheiten annzuhängen immer wieder in Versuchung standen. Und freilich gab es eben auch entsprechende Überlieferung, Heilige Texte, Mythen und Sagen, die eigentlich das "Urgestein" unseres heutigen AT's sind wie auch des jüdischen Tanachs repräsentieren. - Es kann kein Zufall sein, daß ausgerechnet in exilischer Zeit (also während die Israeliten wieder mal vertrieben waren) und während kritischer Phasen der kleinen, nicht besonders mächtigen unnd infolgedessen ständig gefährdeten israelitischen Königreiche (das "Reich" Davids/Salomons ist großteils auch bloß ein Mythos) besonders viel an diesen alten Texten "herumgemacht" wurde, vermutlich besonders von den JWHW-Priestern, die ja am allermeisten daran interessiert sein mußten (zusammen mit der Herrscherkaste), daß das Volk "bei der Stange" blieb, weil sie sonst ihre Machtbasis verloren hätten (rel. Glaube ist in instituioneller Form ja *immer* herrschaftsstabilisierend). ---> Schluß: Es scheint also, daß Ashera wie auch zahlreiche andere Götter zum ursprünglichen Glaubensrepertoire der Israeliten gehört hat - und zudem selbst später, als der Übergang zum Monotheismus erfolgte, weiterhin ständig die Gefahr bestand, daß ein Rückfall erfolgen würde (sei's im Exil [Babylon], sei's wegen der Verführungen des zivilisierten Kanaan) und JWHW damit die Verehrer anbspenstig gemacht würden. Deshalb sind die redaktionellen Stufen des Tanach ein stets sich steigerndes Abwehren der anderen Götter bis hin zu sehr gereizten Exzessen des Verrufens der anderen Religionen (das Ganze hat was Hysterisches an sich!). Offenbar jedoch gab es Teile dieser El-Baal-usw.-Überlieferung, an die sich die Redakteure nicht herantrauten. - Warum das so war, solltest du allerdings besser in den großen Standardwerken zum Thema studieren (schau' z.B. in Ringgrens Darstellung der Israelitischen Religion oder in Eissfelds dazu einschlägig bekannten Studien und Monographien usw. nach); ich sage hier nur soviel, daß u.a. zu vermuten steht, die entsprechenden Erzähl- und Schrifttraditionnen seien einfach zu weitverbreitet und beliebt gewesen (wohl auch vom Glanz der Heiligkeit umweht), als daß es sich die Priester und Redakteure getraut hätten, sie zu eliminieren bzw. vollkommen umzuschreiben. Und *deshalb* ist (neben anderen gründen) die Tradition um Ashera und ihrer ao-lichen Varianten im Tanach erhalten geblieben: OPffenbar war die Macht der narrativen und schriftlichen Überlieferung zu gewaltig, als daß diese Spuren vollkommen hätten getilgt werden können! - Selbst dann nicht, als der rel. Monotheismus längst zur Glaubensdoktrin erstarrt war ... Bedenke in diesem Zusammenhang auch, daß das erste Gebot (es ist ja eigentlich ein Verbot) des mosaischen Dekaloges natürlich *selbstredend* die Existenz anderer Götter neben IHM voraussetzt! Daraus läßt sich mühelos ableiten, daß der israelitische Monotheismus *ursprünglich* gar kein Monotheismus war - denn man räumte ja ein, es gebe andere Götter -, sondern was die Religion ursprünglich auszeichnete war zunächst einmal, daß nur ER kultische Verehrung genießen sollte, die anderen dagegen nicht ... .... ein Schelm, wer Böses dabei denkt! ;-) Viele Grüße Sina |
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#4
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"Kerstin" schrieb
> Stimmt es, das am Anfang Jahwe ein Partnerin mit dem Namen Ashera hatte > bevor der Wechsel zum Monotaismus erfolgte? Wo kann man näheres > erfahren? Gesichertes wissen wir über den Jahu/Jahwe Kult in Elephantine, einer jüdischen Militärkolonie auf einer äg. Nilinsel ~400 vC. Die dortigen Juden verehrten mehrere, auch weibl. Götter: "Das beweist schlagend die außerhalb der Steuerliste genannte Göttin Anath-Jahu (die Anath des Jahu), Dies weist auf den weiblichen Paredros des Gottes, wie Astarte in der Eschmunazar-Inschrift (AOT 447; ANET 505) als »Name des Baal« begegnet." [Elephantine-Urkunden. Religion in Geschichte und Gegenwart, RGG³] Wenn Jahwe auf Elephantine mit der Göttin Anath vermählt war, warum sollen die in Palästina gefundenen Ostraka mit der Benennung "Jahwe und seine Ashera" weniger Aussagekraft haben? Mehr zu diesem Thema: http://www.uni-due.de/~gev020/course...enberger03.htm Gruß Klaus > > Gruß > Kerstin > > > |
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#5
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Hallo Klaus,
Klaus Schaefers schrieb: [JHWH und Ashera] > Gesichertes wissen wir über den Jahu/Jahwe Kult in Elephantine, einer > jüdischen Militärkolonie auf einer äg. Nilinsel ~400 vC. > > Die dortigen Juden verehrten mehrere, auch weibl. Götter: > > "Das beweist schlagend die außerhalb der Steuerliste genannte Göttin > Anath-Jahu (die Anath des Jahu), Dies weist auf den weiblichen Paredros > des > Gottes, wie Astarte in der Eschmunazar-Inschrift (AOT 447; ANET 505) > als »Name des Baal« begegnet." > [Elephantine-Urkunden. Religion in Geschichte und Gegenwart, RGG³] Danke für diesen Hinweis. Freilich wäre es interessant zu erfahren, inwieweit die jüdische Kolonie im 4. Jhd. (sic!) v.u.Z. noch als eigentlich "jüdisch" zu bezeichnen ist. In dieser Zeit hatte sich der monoth. JHWH-Glauben bei den Israeliten doch schon ziemlich stabilisiert. Oder? > Wenn Jahwe auf Elephantine mit der Göttin Anath vermählt war, warum sollen > die in Palästina gefundenen Ostraka mit der Benennung "Jahwe und seine > Ashera" weniger Aussagekraft haben? Das ist vollkommen richtig. Meinen Informationen nach stammen die Ostraka allerdings aus dem 8. bzw. 7. Jhd. v.u.Z. [...] Freundliche Grüße Sina |
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#6
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Sina Da Ponte wrote:
[Elephantine] > Danke für diesen Hinweis. Freilich wäre es interessant zu erfahren, > inwieweit die jüdische Kolonie im 4. Jhd. (sic!) v.u.Z. noch als > eigentlich "jüdisch" zu bezeichnen ist. In dieser Zeit hatte sich der > monoth. JHWH-Glauben bei den Israeliten doch schon ziemlich > stabilisiert. Oder? Immerhin schreiben sie nach Jerusalem mit Detailfragen zum Passafest, von daher ist wohl schon mit einer Verwurzelung an den Ursprüngen zu rechnen. >> Wenn Jahwe auf Elephantine mit der Göttin Anath vermählt war, warum sollen >> die in Palästina gefundenen Ostraka mit der Benennung "Jahwe und seine >> Ashera" weniger Aussagekraft haben? > Das ist vollkommen richtig. Meinen Informationen nach stammen die > Ostraka allerdings aus dem 8. bzw. 7. Jhd. v.u.Z. Tun sie. Ich persönlich halte es für möglich, dass wir zwischen einer Stadtreligion der Oberschicht und der Familien- und Volksreligion zu unterscheiden haben. Schriftliche Quellen sind dann ebenfalls zu unterscheiden: Was in die "Bibel" eingeht, sind wohl eher Dokumente einer offiziellen Theologie, über die Volksreligion wissen wir schlichtweg nicht allzuviel. Gruß Frank |
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#7
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"Frank Zeeb" schrieb
> Sina Da Ponte wrote: > > [Elephantine] >> Danke für diesen Hinweis. Freilich wäre es interessant zu erfahren, >> inwieweit die jüdische Kolonie im 4. Jhd. (sic!) v.u.Z. noch als >> eigentlich "jüdisch" zu bezeichnen ist. In dieser Zeit hatte sich der >> monoth. JHWH-Glauben bei den Israeliten doch schon ziemlich >> stabilisiert. Oder? > > Immerhin schreiben sie nach Jerusalem mit Detailfragen zum Passafest, > von daher ist wohl schon mit einer Verwurzelung an den Ursprüngen zu > rechnen. > >>> Wenn Jahwe auf Elephantine mit der Göttin Anath vermählt war, warum >>> sollen >>> die in Palästina gefundenen Ostraka mit der Benennung "Jahwe und seine >>> Ashera" weniger Aussagekraft haben? > >> Das ist vollkommen richtig. Meinen Informationen nach stammen die >> Ostraka allerdings aus dem 8. bzw. 7. Jhd. v.u.Z. > > Tun sie. Ich persönlich halte es für möglich, dass wir zwischen einer > Stadtreligion der Oberschicht und der Familien- und Volksreligion zu > unterscheiden haben. Schriftliche Quellen sind dann ebenfalls zu > unterscheiden: Was in die "Bibel" eingeht, sind wohl eher Dokumente > einer offiziellen Theologie, über die Volksreligion wissen wir > schlichtweg nicht allzuviel. Darauf hat nachdrücklich Rainer Albertz hingewiesen: Religionsgeschichte Israels in Alttestamentlicher Zeit (2 Bände) "Die Geschichte der israelitisch-jüdischen Religion von den frühesten noch erkennbaren Anfängen bis in die hellenistische Zeit wird hier nicht nur in ständigem Rückzug auf die Religionen der vorderorientalischen Umwelt, sondern auch unter umfassender Einbeziehung der israelitischen Sozialgeschichte dargestellt. Religionsgeschichte wird beschrieben als Wechselspiel zwischen geschichtlichen Herausforderungen, religiösen Erfahrungen und theologischen Reaktionen, als fortlaufendes Ringen unterschiedlicher Gruppen um die Gott angemessene religiöse Antwort und die ihr entsprechende gesellschaftliche Praxis. Der breite methodische Ansatz, der archäologische, geschichtliche, sozial-, literatur- und religionsgeschichtliche Daten zu einem lebendigen Szenarium zusammenbindet, macht aus dem Werk eine Lehrbuch, das dem Leser einen anregenden Überblick über das gesamte Gebiet der alttestamentlichen Forschung vermittelt. In Band 2 wird erstmals der bislang vernachlässigten nachexilischen Epoche der ihr gebührende Platz eingeräumt. Der Verfasser bezieht die Leser in den theologischen Diskurs der biblischen Menschen ein und läßt sie Anteil nehmen an ihren Ängsten und Hoffnungen, ihren Leiden und Kämpfen." http://www.theologie-examen.de/index..._examen_at.htm Aus meiner Sicht durchaus lesenswert! Gruß Klaus > > Gruß > Frank |
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#8
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klauslynx*t-online.de wrote:
> "Klaus Schaefers" schrieb >> "Kerstin" schrieb >>> Stimmt es, das am Anfang Jahwe ein Partnerin mit dem Namen Ashera >>> hatte bevor der Wechsel zum Monotaismus erfolgte? Wo kann man >>> näheres erfahren? >> >> Gesichertes wissen wir über den Jahu/Jahwe Kult in Elephantine, einer >> jüdischen Militärkolonie auf einer äg. Nilinsel ~400 vC. >> >> Die dortigen Juden verehrten mehrere, auch weibl. Götter: >> >> "Das beweist schlagend die außerhalb der Steuerliste genannte Göttin >> Anath-Jahu (die Anath des Jahu), Dies weist auf den weiblichen >> Paredros des >> Gottes, wie Astarte in der Eschmunazar-Inschrift (AOT 447; ANET 505) >> als »Name des Baal« begegnet." >> [Elephantine-Urkunden. Religion in Geschichte und Gegenwart, RGG³] >> >> Wenn Jahwe auf Elephantine mit der Göttin Anath vermählt war, warum >> sollen die in Palästina gefundenen Ostraka mit der Benennung "Jahwe >> und seine Ashera" weniger Aussagekraft haben? >> >> Mehr zu diesem Thema: >> >> http://www.uni-due.de/~gev020/course...enberger03.htm > > > Ich habe mir die Überreste samt Geschichte der jüdischen Einheit auf > Elephantine in Ägypten angesehen. Soweit schon richtig.Aber wer sagt > denn nun , dass "Jahwe" oder wie immer so geschrieben der Name des > Gottes der Israeliten war bzw. Ist.Nach dem Einsickern/Einwandern der > Israeliten in das als "Kanaan" bezeichnete Land gab es eine längere > Zeit sicherlich konkurierende Religionen.Speziell durch den > vorherrschenden Baalskult mit dem eher als Frühstücksdirektor > anzusehenden "El" als obersten Gott samt Göttergemeinschaft.Es war > eine Zeit des Übergangs der Israeliten von Nomandenleben zum Lebens > als Siedler und später Städter in eigentlich wenig besiedelten > Gebieten des Landes. Dazu schrieb ich Dir vor einiger Zeit: "Schließlich gelang es einer kleineren Gruppe, den in der Bibel erzählten Auszug aus Ägypten zu vollbringen, einen Pharao zu überlisten und in die Sinai-Wildnis zu entkommen. Das war die am meisten ägyptisierte Gruppe, unter der nicht wenige ägyptische Namen hatten: Moses, Hophni, Phineas, Puti-El. Und den erwähnten Hinweis, dass der Kult um die Götter des Exodus im Nordreich stattfand! Später, nach der Zerstörung des Nordreichs, sickerte die Erzählung ins Südreich und dessen Literatur ein. Gleichwohl bewahrt 2 Sam 7,23 (im hebr. Text) noch getreu den Hinweis: Und wer ist wie dein Volk, wie Israel...bei der Götter hingegangen sind um es loszukaufen! Korrekte Bibelübersetzungen wären zweckmäßig, aber aus Glaubenstraditionen wohl kaum erhältlich!" Nur wenige Israeliten kamen aus Ägypten, die meisten saßen in Palästina und übernahmen nach dem Niedergang der kanaanitischen Städte die Oberherrschaft. > Bei den zunehmenden Bemühungen der Abgrenzung zu > den vorhandenen Göttern hatte es gewiß noch längere Zeit > Überschneidungen oder Gemeinsamkeiten gegeben.Besonders auch deshalb, > weil die Israeliten den hier schon längere Zeit befindlichen Völkern > militärisch lange unterlegen waren.Sie gingen den Weg der geringsten > Konfontation mit den Ansässigen und siedelten dort wo Platz war und > wo die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs größerer Konflikte eher > unwahrscheinlich war.In der Religion zu den Ansässigen gab es den > Unterschied, dass die Kanaaniter eben ein Vielzahl von Göttern mit > unterschiedlichen Zuständigkeiten hatten und bei den Israeliten eben > der Gott der Juden alles zuu regeln hatte. Der Gott der Juden ist mE. allmählich durch Verschmelzung der Eigenschaften der vielen Götter entstanden. > Die" Vermählung "dürfte > eher ein Rest der zeitweiligen Vermischung religiöser Gedanken gewesen > sein.In spätere Zeit gab es noch viel weitergehende Glaubensrichtungen im > Judentum.Für das Gesamtbild halte ich diese > Einzelheiten eher für unwichtig, es sei denn man will eine neue > "Religion" gründen. Ist eigentlich schon geschehen, die Bahai-Religion. Ich habe mir deren Zentrum in Haifa mal angesehen, recht interessant! Gruß Klaus > Gruß KLaus Lynx |
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#9
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"Sina Da Ponte" schrieb
> Hallo Klaus, > > Klaus Schaefers schrieb: > > [JHWH und Ashera] > >> Gesichertes wissen wir über den Jahu/Jahwe Kult in Elephantine, einer >> jüdischen Militärkolonie auf einer äg. Nilinsel ~400 vC. >> >> Die dortigen Juden verehrten mehrere, auch weibl. Götter: >> >> "Das beweist schlagend die außerhalb der Steuerliste genannte Göttin >> Anath-Jahu (die Anath des Jahu), Dies weist auf den weiblichen Paredros >> des >> Gottes, wie Astarte in der Eschmunazar-Inschrift (AOT 447; ANET 505) >> als »Name des Baal« begegnet." >> [Elephantine-Urkunden. Religion in Geschichte und Gegenwart, RGG³] > > Danke für diesen Hinweis. Freilich wäre es interessant zu erfahren, > inwieweit die jüdische Kolonie im 4. Jhd. (sic!) v.u.Z. noch als > eigentlich "jüdisch" zu bezeichnen ist. In dieser Zeit hatte sich der > monoth. JHWH-Glauben bei den Israeliten doch schon ziemlich stabilisiert. > Oder? Man geht davon aus, dass die Jahu/Jahwe Verehrer in Elephantine aus dem Nordreich stammten, also wohl bereits ~300 Jahre dort ansässig waren; gleichwohl den religiösen Standard der ehemaligen Bewohner Nord-Israels noch einigermaßen repräsentieren. In dem nachexilischen Jerusalem dürfte der Monotheismus in gewissen Kreisen gefestigt gewesen sein. Die Makkabäerzeit mahnt uns aber, in dieser Sache vorsichtig zu denken. Selbst die Jahwe-Krieger um 150 vC. waren noch unsicher: Da entdeckten sie, daß alle Toten unter ihren Kleidern Amulette der Götter von Jamnia trugen, obwohl das den Juden vom Gesetz her verboten ist. Da wurde allen klar, daß die Männer deswegen gefallen waren (2.Makk 12,40) > >> Wenn Jahwe auf Elephantine mit der Göttin Anath vermählt war, warum >> sollen >> die in Palästina gefundenen Ostraka mit der Benennung "Jahwe und seine >> Ashera" weniger Aussagekraft haben? > > Das ist vollkommen richtig. Meinen Informationen nach stammen die Ostraka > allerdings aus dem 8. bzw. 7. Jhd. v.u.Z. Wohl zutreffend, wie oben gezeigt, hielt sich über eine sehr lange Zeitspanne, Polytheismus, Monolatrie und zuletzt quasi Monotheismus nebeneinander, bis der 2. Tempel fiel: Für die beiden Böcke soll er Lose kennzeichnen, ein Los «für den Herrn» und ein Los «für Asasel». (Lev 16,8) Kommentar der EinhÜ: "Der Ritus mit dem Sündenbock für Asasel geht wohl auf einen alten Brauch zurück, der durch den Jahwekult nicht ganz verdrängt werden konnte und darum als symbolische Handlung in das Ritual des Versöhnungstags eingebaut wurde. Asasel ist ein Wüstendämon. Alle Sünden Israels sollen durch die Handauflegung gleichsam auf den Ziegenbock geladen und mit ihm in die Wüste, zu den Wüstendämonen, getrieben werden." Aus meiner Sicht selbst bis 70 nC noch kein lupenreiner Monotheismus. Gruß Klaus > > [...] > > Freundliche Grüße > > Sina > |
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#10
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"Klaus Schaefers" <kschaefers*t-online.de> schrieb im Newsbeitrag news:hb9g7o$58e$00$1*news.t-online.com... > klauslynx*t-online.de wrote: >> "Klaus Schaefers" schrieb >>> "Kerstin" schrieb >>>> Stimmt es, das am Anfang Jahwe ein Partnerin mit dem Namen Ashera >>>> hatte bevor der Wechsel zum Monotaismus erfolgte? Wo kann man >>>> näheres erfahren? >>> >>> Gesichertes wissen wir über den Jahu/Jahwe Kult in Elephantine, einer >>> jüdischen Militärkolonie auf einer äg. Nilinsel ~400 vC. >>> >>> Die dortigen Juden verehrten mehrere, auch weibl. Götter: >>> >>> "Das beweist schlagend die außerhalb der Steuerliste genannte Göttin >>> Anath-Jahu (die Anath des Jahu), Dies weist auf den weiblichen >>> Paredros des >>> Gottes, wie Astarte in der Eschmunazar-Inschrift (AOT 447; ANET 505) >>> als »Name des Baal« begegnet." >>> [Elephantine-Urkunden. Religion in Geschichte und Gegenwart, RGG³] >>> >>> Wenn Jahwe auf Elephantine mit der Göttin Anath vermählt war, warum >>> sollen die in Palästina gefundenen Ostraka mit der Benennung "Jahwe >>> und seine Ashera" weniger Aussagekraft haben? >>> >>> Mehr zu diesem Thema: >>> >>> http://www.uni-due.de/~gev020/course...enberger03.htm >> >> >> Ich habe mir die Überreste samt Geschichte der jüdischen Einheit auf >> Elephantine in Ägypten angesehen. Soweit schon richtig.Aber wer sagt >> denn nun , dass "Jahwe" oder wie immer so geschrieben der Name des >> Gottes der Israeliten war bzw. Ist.Nach dem Einsickern/Einwandern der >> Israeliten in das als "Kanaan" bezeichnete Land gab es eine längere >> Zeit sicherlich konkurierende Religionen.Speziell durch den >> vorherrschenden Baalskult mit dem eher als Frühstücksdirektor >> anzusehenden "El" als obersten Gott samt Göttergemeinschaft.Es war >> eine Zeit des Übergangs der Israeliten von Nomandenleben zum Lebens >> als Siedler und später Städter in eigentlich wenig besiedelten >> Gebieten des Landes. > > Dazu schrieb ich Dir vor einiger Zeit: > > "Schließlich gelang es einer kleineren Gruppe, den in > der Bibel erzählten Auszug aus Ägypten zu vollbringen, einen Pharao zu > überlisten und in die Sinai-Wildnis zu entkommen. Das war die am meisten > ägyptisierte Gruppe, unter der nicht wenige ägyptische Namen hatten: > > Moses, Hophni, Phineas, Puti-El. > > Und den erwähnten Hinweis, dass der Kult um die Götter des Exodus im > Nordreich stattfand! > > Später, nach der Zerstörung des Nordreichs, sickerte die Erzählung ins > Südreich und dessen Literatur ein. Gleichwohl bewahrt 2 Sam 7,23 (im hebr. > Text) noch getreu den Hinweis: > > Und wer ist wie dein Volk, wie Israel...bei der Götter hingegangen sind um > es loszukaufen! > > Korrekte Bibelübersetzungen wären zweckmäßig, aber aus Glaubenstraditionen > wohl kaum erhältlich!" > > Nur wenige Israeliten kamen aus Ägypten, die meisten saßen in Palästina > und > übernahmen nach dem Niedergang der kanaanitischen Städte die > Oberherrschaft. > > >> Bei den zunehmenden Bemühungen der Abgrenzung zu >> den vorhandenen Göttern hatte es gewiß noch längere Zeit >> Überschneidungen oder Gemeinsamkeiten gegeben.Besonders auch deshalb, >> weil die Israeliten den hier schon längere Zeit befindlichen Völkern >> militärisch lange unterlegen waren.Sie gingen den Weg der geringsten >> Konfontation mit den Ansässigen und siedelten dort wo Platz war und >> wo die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs größerer Konflikte eher >> unwahrscheinlich war.In der Religion zu den Ansässigen gab es den >> Unterschied, dass die Kanaaniter eben ein Vielzahl von Göttern mit >> unterschiedlichen Zuständigkeiten hatten und bei den Israeliten eben >> der Gott der Juden alles zuu regeln hatte. > > Der Gott der Juden ist mE. allmählich durch Verschmelzung der > Eigenschaften > der vielen Götter entstanden. > >> Die" Vermählung "dürfte >> eher ein Rest der zeitweiligen Vermischung religiöser Gedanken gewesen >> sein.In spätere Zeit gab es noch viel weitergehende Glaubensrichtungen im >> Judentum.Für das Gesamtbild halte ich diese >> Einzelheiten eher für unwichtig, es sei denn man will eine neue >> "Religion" gründen. > > Ist eigentlich schon geschehen, die Bahai-Religion. Ich habe mir deren > Zentrum in Haifa mal angesehen, recht interessant! > Ich auch !! Eigentlich eine logisch nachvollziehbare Religion.Mich hatten die Bahai hauptsächlich wegen der Verfolgungen interessiert denen sie ausgesetzt waren und noch sind.Es ist eigtentlich sehr schön den Carmel herunterzuwandern und dabei den Tempel der Bahai zu sehen.Mein Problem dabei ist dass ich eben Atheist bin und mich diese Religionen aus dem Zusammenhang mit der Historie interessierten.Auch die jüdische Religion kann man nicht ohne den Zusammenhang in der geschichtlichen Entwicklung des Volkes sehen. Gruß Klaus |
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