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| Newsgroup de.etc.bahn.bahnpolitik Bahnen zwischen Politik und Wirtschaft. |
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#1
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Liebe NG,
dieser Vorschlag scheint endlich die Bahn preislich konkurrenzfähig zu machen. -----snip entfernungsabhängigen Pkw-Maut aus. "Ich hoffe, dass wir das noch in dieser Legislaturperiode durchsetzen können, denn jedes Jahr ohne Maut ist ein verlorenes Jahr" http://www.welt.de/politik/deutschla...-Pkw-Maut.html Das wichtige an einer PKW-Maut ist, dass diese entfernungsabhängig mit einem bestimmten Satz je Kilometer veranschlagt wird. Am besten sollte dieser an den Streckenkilometersatz der Bahn gekoppelt sein. Was meint die NG dazu? Viele Grüße MK |
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#2
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Am Thu, 5 Nov 2009 06:52:47 UTC, schrieb Moritz Kipp
<moritz.kipp*uni-ulm.de> auf de.etc.bahn.bahnpolitik : > dieser Vorschlag scheint endlich die Bahn preislich konkurrenzfähig zu > machen. Ach Quatsch. Der baut den Überwachungsstaat noch weiter aus und macht Bundesstraßen wieder konkurrenzfähig zu den Autobahnen: reiche Leute fahren auf der Autobahn, arme auf Bundes- und Landesstraßen. Außerdem soll, so die bürgerlichen Politikaster, die Autobahnmaut ausgeglichen werden durch die Abschaffung oder radikale Senkung der Kfz-Steuer und auch der Kraftfahrzeugsteuer; man rechnet hingegen damit, das komplett duch Einnahmen von ausländischen Reisenden zu kompensieren. Da das Bereithalten eines Autos damit billiger sein soll, lohnt sich die Anschaffung eines Autos auch für solche Leute, für die bisher das Bahnfahren billiger gewesen war. MfG, L.W. ------------------------------------------------------- Mehr Brutto! Lohnverzicht lohnt sich nicht! |
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#3
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Moritz Kipp <moritz.kipp*uni-ulm.de> wrote:
>Das wichtige an einer PKW-Maut ist, dass diese entfernungsabhängig mit >einem bestimmten Satz je Kilometer veranschlagt wird. Am besten sollte >dieser an den Streckenkilometersatz der Bahn gekoppelt sein. > >Was meint die NG dazu? Eigentlich ist uns die Maut inzwischen eher schnuppe. Allerdings haben wir keine Lust, ein Überwachungsgerät in unser Auto einbauen, das dann die Batterie leersaugt, weil das Auto eh nur alle zehn Tage mal benötigt wird. So unpopulär das ist, es wäre gerechter als die komische KFZ-Steuer...ist eben die Frage, wie das dann ausgestaltet wird, ob es den normal-Autofahrer höher oder niedriger belastet als die fixe Steuer, wie die Folgen auf Handwerkerpreise etc sind. Zieht durchaus einen Rattenschwanz nach sich. -ras -- Ralph A. Schmid http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/ |
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#4
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Oliver Schnell <o*tenesu.mkm.de> wrote:
>IMHO ist die Bahn bereits preislich recht konkurrenzfähig zum Pkw, ACK. >2. Weil der deutsche Michel seine Lenkzeit, anders als der >LKW-Spediteur die Arbeitszeit seiner Fahrer nicht monetär bewertet und >letztrerer obendrein oft straffe Termine einzuhalten hat, sehe ich im >Pkw-Verkehr die Tendenz mautpflichtige Straßen zu meiden als E sist nicht von Autobahnmaut die Rede, sondern von PKW-Maut. Das ist ein kleiner Unterschied ![]() >wesentlich höher denn im Güterverkehr an. 3. Alle Straßen >(also auch Nicht-Autobahnen) nutzungsspezifisch zu bemauten, sehe ich >als politisch und bzgl. des technischen Aufwands als nicht durchsetzbar an. Technisch kein Problem. GPS existiert. >4. Die Maut einfach am Tachozähler festzumachen, geht wegen möglicher >Fahrten im Ausland ebenfalls nicht und wenn man einfach Pkw permanent >wie Handies orten würde und so die Distanzüberwindung territorialscharf >bepreiste, steigen einem die Datenschützer (ob zu Recht oder zu Unrecht >kann man diskutireren), so vermute ich, aufs Dach. Das kann man durchaus so regeln, daß die Positionsdaten gar nicht weitergegeben werden, sondern bereits das Bordgerät die Berechnung durchführt und pauschal weitergibt und nur bei externen Anfragen (von Mautbrücken etc.) zurückmeldet, "bezahlt oder nicht". >5. Du glaubst nicht im Ernst, dass du das in einer Regierung mit >einer das Individuum, mithin den Individualverkehr betonenden >Gelb-Komponente durchgesetzt bekommst. Neu ist das übrigens nicht: Die Nicht wirklich. -ras -- Ralph A. Schmid http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/ http://www.bclog.de/ |
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#5
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On 5 Nov., 07:52, Moritz Kipp <moritz.k...*uni-ulm.de> wrote:
> > dieser Vorschlag scheint endlich die Bahn preislich konkurrenzfähig zu > machen. > Preise schweben leider nicht in der Luft, sondern müssen bezahlt werden aus Einkommen. Und das Wort 'Einkommen' hat einen sozialen Aspekt, den man sich als erstes ansehen muß. > > Das wichtige an einer PKW-Maut ist, dass diese entfernungsabhängig mit > einem bestimmten Satz je Kilometer veranschlagt wird. > Ein noch wichtigerer Aspekt ist, daß Maut eine Form der Verbrauchssteuer ist. Eine solche senkt das Einkommen der vielen Niedrigverdiener prozentuel stärker als das der wenigen Vielverdiener, weil Investitionen auf diverse Weisen von solchen Steuern ausgenommen sind. Werden jetzt alle zumindest etwas ärmer? Nur wenn auch das BSP zurückginge. Aber immer tritt folgende Konsequenz ein: Soll die Summe aller Geldeinkommen gleich dem Geldwert des BSP bleiben, und schrumpft der eine Anteil nominal stärker als der andere, haben die Niedrigverdiener nachher einen kleineren Anteil am BSP als vorher und die Großverdiener einen größeren. Bleibt das BSP in Gütern gleich, werden erstere also absolut ärmer und zweitere absolut reicher. Das muß sich natürlich erst umsetzen. Entsprechend der veränderten Nachfrage muß sich das Angebot verändern, z.B. durch einen Trend von mittleren Qualitäten zu einerseits Discountern und andererseits Luxusangeboten, Preise müssen sich anpassen und natürlich zeigt sich der beschriebene Trend erst, wenn durch diverse solche Steuern und andere Maßnahmen eine allgemeine Politik der Umverteilung nach oben betrieben wird. Aber Formen davon sieht man reichlich. Im Verkehr z.B.: der PKW finanziert via Maut indirekt die Infrastruktur für das Wachstum des LKW-Verkehrs, so wie der NV über seine Trassengebühren den Bahngüterverkehr quersubventioniert. Was heißt das für die Bahn und den ÖV generell: 1. Zunahme der Leute, für die öffentlicher Vekrehr grundsätzlich zu unfein ist, um mitzufahren. Beispiel: DB-Vorstände 2. Ein Teil dieser Ex-1.Kl.-Kunden wird ersetzt durch solche, denen die 2.Kl. zu unfein geworden ist, weil 3, mehr Leute bahnfahren, weil sie sich kein (Zweit)auto mehr leisten können. Und die müssen sich wieder arrangieren mit immer 4. mehr Leuten, die sich eigentlich gar keine Form des Reisens mehr leisten können (Sichworte zum Suchen in der NG: SWT, Schwarzfahrer, Aggression u.ä.) Das Endziel dieses Trends wäre, daß es nur noch die Gruppen 1. und 4. gibt. Aber schon lange vorher wird es nicht mehr genug Fahrgäste vom Typ 2. und 3. geben, daß sich ein Massenverkehrsmittel mit den Fixaufwand der Bahn trägt. Irgendwann wird sich aus demselben Grund auch die Autobahn nicht mehr 'rentieren'. Daß es in beiden Bereichen schon derzeit an die Substanz geht,kann man eigentlich kaum noch übersehen. > > "Ich hoffe, dass wir das noch in > dieser Legislaturperiode durchsetzen können, denn jedes Jahr ohne Maut > ist ein verlorenes Jahr" > http://www.welt.de/politik/deutschla...erkehrsministe... > Klingt ja fast nach Panik. Daß die Pleite schon so nahe ist... Gruß Knut |
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#6
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"Ralph A. Schmid, dk5ras" <ralph*radio-link.net> wrote:
> [...] > So unpopulär das ist, es wäre gerechter als die komische > KFZ-Steuer...ist eben die Frage, wie das dann ausgestaltet wird, ob es > den normal-Autofahrer höher oder niedriger belastet als die fixe > Steuer, wie die Folgen auf Handwerkerpreise etc sind. Zieht durchaus > einen Rattenschwanz nach sich. Wenn es um "wer mehr fährt, zahlt mehr" geht, könnte man ja auch einfach die Kraftfahrzeugsteuer abschaffen und auf die Mineralöl^WEnergiesteuer umlegen. Tim |
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#7
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Tim Landscheidt <tim*tim-landscheidt.de> wrote:
> > Wenn es um "wer mehr fährt, zahlt mehr" geht, könnte man ja > auch einfach die Kraftfahrzeugsteuer abschaffen und auf die > Mineralöl^WEnergiesteuer umlegen. Rational gesehen sicher eine plausible Vorgehensweise, aber da kommen ruck zuck die Argumente Tanktourismus und Ausländer, die auf ihrer Transitfahrt außerhalb .de volltanken. Und du weißt wie unpopulär eine Anhebung der Mineralölsteuer ist. Oder schon vergessen, wie das seinerzeit die Grünen gebeutelt hat, als sie sich für eine kontinuierliche Erhöhung derselben aussprachen, irgendein Schreiberling das hochrechnete und auf 5,- DM je Liter im Jahr x kam? Obwohl man annehmen sollte, dass die grüne Wählerklientel davon nicht sonderlich beeindruckt wäre, kostete das bei den nachfolgenden Wahlen massiv Stimmen. Neben dem Tempolimit ist der Spritpreis so ziemlich das größte verkehrliche Politikum. -- Oliver Schnell |
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#8
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Moritz Kipp schrieb: > dieser Vorschlag scheint endlich die Bahn preislich konkurrenzfähig zu > machen. > > -----snip > entfernungsabhängigen Pkw-Maut aus. "Ich hoffe, dass wir das noch in > dieser Legislaturperiode durchsetzen können, denn jedes Jahr ohne Maut > ist ein verlorenes Jahr" Um die von CDU und FDP versprochenen Steuergeschenke (die nicht allen Teilen der Bevölkerung zugutekommen) wie versprochen durch Wirtschaftswachstum gegenzufinanzieren, müßte das so ausgelöste Wirtschaftswachstum 7% betragen. Daran glaubt nicht mal Westerwelle. Also muß man die verschenkten Steuern durch Kürzungen und Gebühren gegenfinanzieren (die von allen Teilen der Bevölkerung getragen werden). Die PKW-Maut gehört dazu. Ob sie wünschenswert ist, hängt davon ab, ob man sie nur für Autobahnen erhebt. Dann vermindert sie die Verkehrssicherheit. Erhebt man sie für alle Straßen, schafft das Datenschutzprobleme, für die ich erst einmal eine plausible Lösung sehen möchte. Ob das Ganze der Bahn nützt, hängt entscheidend von der Frage ab, ob zu den Kürzungen für die Gegenfinanzierung der Steuergeschenke auch solche der Regionalisierungsmittel zählen werden, und wie sich im nächsten Bundeshaushalt die investiven Mittel für Straße und Schiene zueinander verhalten werden. Schlußendlich kommt dann noch die Frage dazu, ob man den Fluggesellschaften auch weiterhin die Mineralölsteuer schenken wird. Falls das so sein sollte, wird man Verkehr vom Auto zum Flugzeug umverteilen. Hans-Joachim -- Member of the Armando-Spataro-Fanclub for district attorneys with cojones. |
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#9
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Oliver Schnell <o*tenesu.mkm.de> wrote:
>> Wenn es um "wer mehr fährt, zahlt mehr" geht, könnte man ja >> auch einfach die Kraftfahrzeugsteuer abschaffen und auf die >> Mineralöl^WEnergiesteuer umlegen. > Rational gesehen sicher eine plausible Vorgehensweise, aber > da kommen ruck zuck die Argumente Tanktourismus und Ausländer, die auf > ihrer Transitfahrt außerhalb .de volltanken. Und du weißt wie unpopulär > eine Anhebung der Mineralölsteuer ist. Oder schon vergessen, wie das > seinerzeit die Grünen gebeutelt hat, als sie sich für eine > kontinuierliche Erhöhung derselben aussprachen, irgendein > Schreiberling das hochrechnete und auf 5,- DM je Liter im Jahr x kam? > Obwohl man annehmen sollte, dass die grüne Wählerklientel davon nicht > sonderlich beeindruckt wäre, kostete das bei den nachfolgenden Wahlen > massiv Stimmen. Neben dem Tempolimit ist der Spritpreis so ziemlich das > größte verkehrliche Politikum. Ich habe jetzt nicht intensiv gegooglet, aber <URI:http://www.politik-poker.de/kraftfahrzeugsteuer.php> meint dazu (Stand vor der letzten Reform): | [...] | Für die momentan dringlichste Aufgabe, nämlich eine Wieder- | belebung der siechen Autobranche, ist die Kfz-Steuer das | völlig ungeeignete, weil viel zu winzige Instrument. Bei den | meisten Fahrzeugen macht sie jährlich knapp über ein Prozent | des Fahrzeugpreises aus. Über alle Pkw liegt sie im Durch- | schnitt nur bei 175 Euro p.a. Über solche Minirabatte können | Kfz-Käufer heute nur lachen. Kaufpreis und Kraftstoffkosten | bestimmen den Löwenanteil der Kosten. Durchschnittlich | 450 Euro gibt ein Autofahrer im Monat für einen Golf aus, | alle im Laufe von vier Jahren entstehenden Kosten eingerech- | net – inklusive Kaufpreis und Wertverlust. Die Kfz-Steuer | macht da gerade einmal knapp acht Euro aus, aufs Jahr ge- | rechnet also zwei Tankfüllungen. Das dürfte auch den größten | Sparfuchs nicht davon überzeugen, sich einen Neuwagen zuzu- | legen.(*2) | [...] Von daher wäre der Aufschlag pro Liter so gering, dass da- raus mit Sicherheit kein Tanktourismus erwachsen könnte. Und wenn man sich einmal in Schlagbaumnähe umschaut, hält sich dieser trotz Ökosteuer & Co. eh in Grenzen. Tim |
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#10
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Aloha Tim Landscheidt,
Du hast letztens geschrieben: > Von daher wäre der Aufschlag pro Liter so gering, dass da- > raus mit Sicherheit kein Tanktourismus erwachsen könnte. Und > wenn man sich einmal in Schlagbaumnähe umschaut, hält sich > dieser trotz Ökosteuer & Co. eh in Grenzen. Je nachdem wie Du das definierst mit in Grenzen halten. Hier im nahen Österreich sind die Tanken in Grenznähe recht gut von Deutschen besucht, eine hat sogar extra deswegen ausgebsaut und denen geht es sehr gut. -- Virtuelle Bahnmodelle: http://www.3d-train-model.alices-world.de/index.html |
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