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Newsgroup de.alt.rec.digitalfotografie Digitalkameras und Zubehoer.

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  #11  
Alt 11-06-2009, 10:21 PM
Sascha Rheker
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Reuters kuert die 100 besten Fotos des Jahrzehnts

Christoph Schmitz schrieb:
> Thomas Wildgruber schrieb:
>> On Thu, 05 Nov 2009 16:37:23 +0100, Gerd Jakobs wrote:
>>
>>> http://news.de.msn.com/bilder.aspx?c...ntid=150515973

>>
>> Ist schon erdrückend, wieviel Tod, Gewalt, Elend und Leid es in die
>> engere
>> Auswahl schafft...

>
> Tja, nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Wer
> interessiert sich schon fuer Reportagen darueber, dass es
> in der Schweiz auch dieses Jahr wieder keinen Buergerkrieg
> gab oder dass in Frankreich heute kein schweres Zugunglueck
> passiert ist?
>


Für Menschen die den Anspruch haben mit Belanglosigkeiten eingelullt zu
werden gibt es jede Menge Volksmusiksendungen. Die würde ich Dir dann
wärmstens als neue Realität ans Herz legen wollen.


Ansonsten solltest Du dir mal überlegen, was denn die Aufgabe von
Journalisten ist?

Wenn in Darfur hunderte Kinder verhungern, soll man dann in der
Tagesschau verkünden, daß in Wuppertal niemand verhungert ist und mithin
auch niemand irgendwo spenden müßte.


Wenn Ihr keine schlechten Nachrichten haben wollt, dann engagiert Euch
damit die Welt besser wird statt denen Vorwürfe zu machen die den Finger
auf die Wunde legen.

Mir ist es in meiner Arbeit generell wichtiger Dinge zu zeigen die ich
geändert sehen möchte und Dinge die vielen Menschen sonst entgingen.



Sascha
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  #12  
Alt 11-08-2009, 07:51 PM
Sascha Rheker
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Reuters kuert die 100 besten Fotos des Jahrzehnts

Christoph Schmitz schrieb:
> Thomas Wildgruber schrieb:
>> On Thu, 05 Nov 2009 16:37:23 +0100, Gerd Jakobs wrote:
>>
>>> http://news.de.msn.com/bilder.aspx?c...ntid=150515973

>>
>> Ist schon erdrückend, wieviel Tod, Gewalt, Elend und Leid es in die
>> engere
>> Auswahl schafft...

>
> Tja, nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Wer
> interessiert sich schon fuer Reportagen darueber, dass es
> in der Schweiz auch dieses Jahr wieder keinen Buergerkrieg
> gab oder dass in Frankreich heute kein schweres Zugunglueck
> passiert ist?
>




http://www.sueddeutsche.de/kultur/903/493252/text/



Sascha
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  #13  
Alt 11-08-2009, 08:14 PM
Ralph Aichinger
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Reuters kuert die 100 besten Fotos des Jahrzehnts

In de.alt.rec.digitalfotografie Sascha Rheker <sascha*srheker.de> wrote:

> http://www.sueddeutsche.de/kultur/903/493252/text/


Ja, klar, das übliche Rührstück zu der heldenhaften
Aufopferung des Reporters, der für die sozial schwachen
einsteht. Am besten wäre es wohl, wenn man Journalisten
noch eine Zusatzausbildung als Sozialarbeiter mitgibt,
wenn man diesen Text liest.

Ist nicht die Realität eine ganz andere: Daß in den Medien,
und insbesondere in den Printmedien solche Geschichten
eher weniger vorkommen, weil es einfach nicht so gut
kommt, wenn die Werbung für Prada-Taschen, Breguet-Uhren
und BMWs direkt neben einen Bericht von Frau R., die auf
den Strich gehen mußte (und ganz unglamourös) gedruckt
wird?

Ist es nicht bezeichnend, daß man dafür einen eigenen
Wettbewerb ausloben muß, weil im Alltagsgeschäft eher
die Stories vom Typ "Asozialer Arbeitsloser säuft sich
vor laufender Fernsehshow ins Koma: Selber schuld!"
publiziert werden, als solche, die soziale Probleme
auf ihre strukturellen Wurzeln zurückführen?

Ich persönlich bin mittlerweile von sehr vielen der
Mainstream-Medien einfach nur mehr angewidert, und ich
lese sehr viele Blogs und Medien im Internet. Auch jetzt
gerade höre ich z.B. eine kleine Internetradio-Station,
während ich dieses Posting tippe.

Solange insbesondere die Printmedien vor allem auf die
Interessen der Inserenten eingehen (die Zeitung wird ja
nicht an die Leser, sondern an die Werbewirtschaft "verkauft"),
so lange weine ich den Schrumpfenden Printmedien keine
Träne nach.

/ralph
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
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  #14  
Alt 11-08-2009, 08:51 PM
Andreas Urbanek
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Reuters kuert die 100 besten Fotos des Jahrzehnts

also schrieb Ralph Aichinger...

> Auch jetzt gerade höre ich z.B. eine kleine Internetradio-
> Station, während ich dieses Posting tippe.


Ein Geheimtip für nen wirklich guten Netztradiosender? Immer her damit!

Es muss ja neben all den sendungsbewussten Journalisten noch irgendwo
den klassischen Reporter geben, jemanden der sorgfältig recherchiert,
werturteilsfrei zu berichten versteht und die Interpretation dem
mündigen Rezipienten überlässt. Stattdessen sind unsere Medien zu
Tendenzbetrieben mutiert, in denen eifernde Redakteure, ideologisch
aufgeladen, ständig ihre Finger in irgendwelche Wunden legen möchten.
Sendungsbewusstsein ist ja schön und wichtig, gehört aber in die Politik
und nicht in die Redaktion.

/urbi
--
Those are my principles. If you don't like them I have others.
Groucho Marx
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  #15  
Alt 11-08-2009, 08:52 PM
Sascha Rheker
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Reuters kuert die 100 besten Fotos des Jahrzehnts

Ralph Aichinger schrieb:

> Ich persönlich bin mittlerweile von sehr vielen der
> Mainstream-Medien einfach nur mehr angewidert, und ich
> lese sehr viele Blogs und Medien im Internet. Auch jetzt
> gerade höre ich z.B. eine kleine Internetradio-Station,
> während ich dieses Posting tippe.
>
> Solange insbesondere die Printmedien vor allem auf die
> Interessen der Inserenten eingehen (die Zeitung wird ja
> nicht an die Leser, sondern an die Werbewirtschaft "verkauft"),
> so lange weine ich den Schrumpfenden Printmedien keine
> Träne nach.



Das übliche unreflektierte "Blogs toll - professionelle Medien scheiße"
Gesabbel, das derzeit in ist und locker flockig verkennt, daß nicht
alles was Blog ist deswegen neutral und unbeeinflußt ist.

Es ist halt leider so, daß Content Geld kostet; also sind Blogs und
freie Medienseiten im Internet entweder ebenfalls von Geldgebern
abhängig und wenn es keine Einnahmen vom Leser gibt sind sie noch mehr
abhängig oder sie müssen sich ihren Content irgendwo so billig wie
möglich besorgen. Also wird das Zeug irgendwo zusammengesucht,
abgeschrieben etc.


Sascha
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  #16  
Alt 11-08-2009, 08:54 PM
Gregor Szaktilla
 
Beiträge: n/a
Standard [OT] Re: Reuters kuert die 100 besten Fotos des Jahrzehnts

Ralph Aichinger schrieb:
> [...]
> so lange weine ich den Schrumpfenden Printmedien keine
> Träne nach.


Hallo Ralph,

ich kann Dir nur recht geben und noch einen draufsetzen: Ich habe mich
nicht nur von den Printmedien sondern auch vom Fernsehen vollständig
verabschiedet. Und Radio höre ich nur noch, wenn dort etwas wirklich
Hörenswertes läuft. Das bedeutet zwar, dass ich mich über das Programm
informieren muss, spart jedoch einen riesigen Haufen Zeit und macht mich
für Manipulationsversuche aus Politik und Wirtschaft fast unerreichbar.

Einer der letzten ernsthaften Versuche, etwas Sinnvolles mit dem
Flimmerkasten und den öffentlich-rechtlichen Sendern anzufangen, war
eine Podiumsdiskussion vor der Bundestagswahl '05. Damals hätte ich am
liebsten die Glotze aus dem Fenster geworfen, alle teilnehmenden
Politiker verklagt und einen Haufen Kohle zurückverlangt. Aber erstens
ging das nicht, weil das nicht meine Glotze war und zweitens ging das
nicht, weil ich nicht der einzige Zuschauer war. Mein damaliger
Zimmernachbar fand es wohl irgendwie interessant, wie sich die
Polit-Hampelmänner und -frauen um Antworten gedrückt und nur versucht
haben, ihre Kollegen aus den anderen Lagern schlecht zu machen.

Seither bin ich zwar im Hinblick auf viele Vorgänge in der Welt nur
schlecht informiert, aber mir scheint, dass sich das nur zu meinem
Vorteil auswirkt: Ich habe wieder wesentlich mehr Zeit und Nerven für
die Dinge, die mich persönlich oder diejenigen, die mir wichtig sind,
betreffen. Vieles, was "man" so für wichtig hält, erweist sich nur als
gezielt gestreute Desinformation, die irgendwelchen Pavianärschen die
Deckung gibt, die sie brauchen, um die Schweinereien anzustellen, die
sie (und sonst niemanden) voranbringen.

Häufig komme ich mir wie Neo vor, der die Matrix verlassen hat und
mittendrin ist und doch irgendwie distanziert unzählige Leute sieht, die
sich als brave Konsumenten mit Hilfe der Gadgets der schönen, neuen Welt
betäuben und nur noch auf das nächste Mal scharf sind. Wobei mit dem
nächsten Mal Tätigkeiten wie der nächste Musikkauf, das Zeigen des neuen
Handys und das Gucken der nächsten Folge der bevorzugten Seifenoper
gemeint sind.

Ich wünsche allen viel Spaß dabei!

Und hoffe, dass mir irgendwann jemand erklären kann, warum es wichtig
ist, zu wissen, dass der Schröder jetzt Merkel heißt.

Grüße

Gregor
Mit Zitat antworten
  #17  
Alt 11-08-2009, 09:04 PM
Ralph Aichinger
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Reuters kuert die 100 besten Fotos des Jahrzehnts

In de.alt.rec.digitalfotografie Andreas Urbanek <nospam*lecking.net> wrote:
> also schrieb Ralph Aichinger...
>
> > Auch jetzt gerade höre ich z.B. eine kleine Internetradio-
> > Station, während ich dieses Posting tippe.

>
> Ein Geheimtip für nen wirklich guten Netztradiosender? Immer her damit!


Nö, ein reiner Musiksender:

http://ssradiouk.com/

Muß sicher zum Musikgeschmack passen, aber solche Stationen finde ich
im Gegensatz zu "den größten Hits der 80er, 90er und von heute" auch
für längere Zeit erträglich und durchhörbar.

> Es muss ja neben all den sendungsbewussten Journalisten noch irgendwo
> den klassischen Reporter geben, jemanden der sorgfältig recherchiert,
> werturteilsfrei zu berichten versteht und die Interpretation dem
> mündigen Rezipienten überlässt. Stattdessen sind unsere Medien zu
> Tendenzbetrieben mutiert, in denen eifernde Redakteure, ideologisch
> aufgeladen, ständig ihre Finger in irgendwelche Wunden legen möchten.
> Sendungsbewusstsein ist ja schön und wichtig, gehört aber in die Politik
> und nicht in die Redaktion.


Ich fürchte, Recherche kostet mehr als Meinung zu schreiben. Dabei
ist gerade Meinung nichts, weswegen ich mir ein Printprodukt kaufe.
Das war vor 20 Jahren mal was interessantes, aber mittlerweile gibt
es persönliche Meinungen, Standpunkte und Kommentare im Internet
im Überfluss zu lesen, und teilweise von viel kompetenteren Leuten
als den Printjournalisten, die üblicherweise deartige Kolumnen schreiben.

Bei den Recherchen merkt man aber immer öfter, daß sie noch nicht
einmal auf dem 5 Minuten googlen-Niveau passieren, sondern daß einfach
irgendeine Agenturmeldung abgeschrieben (oder bestenfalls umformuliert)
wird, die oft genug nur die halbe Wahrheit enthält. Sehr oft drängt
sich dieser Eindruck auf, wenn man zufällig irgendwo Augenzeuge von
irgendwas war.

/ralph
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
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  #18  
Alt 11-08-2009, 09:07 PM
Sascha Rheker
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Reuters kuert die 100 besten Fotos des Jahrzehnts

Andreas Urbanek schrieb:

>
> Es muss ja neben all den sendungsbewussten Journalisten noch irgendwo
> den klassischen Reporter geben, jemanden der sorgfältig recherchiert,
> werturteilsfrei zu berichten versteht und die Interpretation dem
> mündigen Rezipienten überlässt. Stattdessen sind unsere Medien zu
> Tendenzbetrieben mutiert, in denen eifernde Redakteure, ideologisch
> aufgeladen, ständig ihre Finger in irgendwelche Wunden legen möchten.
> Sendungsbewusstsein ist ja schön und wichtig, gehört aber in die Politik
> und nicht in die Redaktion.




Objektivität wie Du sie Dir vorstellst gibt es nicht. Allein, weil Deine
Idee von Objektivität arg naiv ist.

Allein schon die Entscheidung über welches Thema ein Journalist
berichtet macht jeden journalistischen Bericht, egal ob Text, Bild oder
Fotos, zu einem subjektiven Bericht. Wer meint er könne so allumfassend
berichten, daß er auch die Dinge berücksichtigt die er selbst garnicht
wahrnimmt, der leidet unter eine Allmachtsphantasie. Wer glaubt es gäbe
solche Quellen, sollte sich auf die Bibel und ähnliche Schriften
beschränken, aber bitte nicht anfangen andere zu töten.

Die schlechtesten Journalisten sind die, die glauben das etwas
objektives entsteht, wenn sie ihre subjektiven Eindrücke schildern. Das
beste was ein Journalist erreichen kann ist Aufrichtigkeit.


Sascha
Mit Zitat antworten
  #19  
Alt 11-08-2009, 09:11 PM
Ralph Aichinger
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Reuters kuert die 100 besten Fotos des Jahrzehnts

In de.alt.rec.digitalfotografie Sascha Rheker <sascha*srheker.de> wrote:

> Es ist halt leider so, daß Content Geld kostet; also sind Blogs und
> freie Medienseiten im Internet entweder ebenfalls von Geldgebern
> abhängig und wenn es keine Einnahmen vom Leser gibt sind sie noch mehr
> abhängig oder sie müssen sich ihren Content irgendwo so billig wie
> möglich besorgen. Also wird das Zeug irgendwo zusammengesucht,
> abgeschrieben etc.


Im Gegensatz zu den professionellen Medien, die von keinen
Geldgebern abhängig sind, und nichts zusammensuchen oder
abschreiben, oder wie?

Wenn die Hintertupfinger Tageszeitung eine halbe Spalte über Sri Lanka
bringt, dann läßt sie sicher einen Praktikanten dorthinfliegen

Fakt ist, daß ich *meine* Standpunkte sehr viel öfter in Blogs und
Internet-Medien wiederfinde, als gedruckten Zeitungen. Ich komme daher
zu dem Schluß, daß Zeitungen nicht für mich geschrieben werden, sondern
für irgendwelche anderen Leute. Die sollen halt dann die Zeitungen
kaufen (und sie tun es bestimmt auch). Mag sein, daß ich das falsch
verstehe, aber mir scheint, anderen Leuten geht es auch so.

/ralph -- ich lese Zeitungen fast nur mehr im Kaffeehaus, bei Freunden
oder wo ich sonst eine bekomme. Ich glaube, ich hab mir im letzten
Jahr vielleicht ein oder zweimal eine gekauft. Und sie gehen mir
nicht ab. Im Kaffeehaus krieg ich für den Preis zweier Zeitungen
zwei (oder mehr) Zeitungen zu lesen, und einen Kaffee gratis dazu
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
Mit Zitat antworten
  #20  
Alt 11-08-2009, 09:15 PM
Johannes Leckebusch
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Reuters kuert die 100 besten Fotos des Jahrzehnts

Ralph Aichinger wrote:

> Fakt ist, daß ich *meine* Standpunkte sehr viel öfter in Blogs und
> Internet-Medien wiederfinde, als gedruckten Zeitungen. Ich komme daher
> zu dem Schluß, daß Zeitungen nicht für mich geschrieben werden,
> sondern
> für irgendwelche anderen Leute.


Grundgütiger Himmel! Und wozu musst Du immer wieder Deine eigenen
Standpunkte lesen?

Sorry - aber diese Einstellung ist nun wahrlich höchstens knapp auf
Bildzeitungsniveau! Bloß dass da gerade manipuliert wird ...

--

Jödel.

Jedenfalls ist ein Foto die Zukunft des in der Vergangenheit liegenden
Momentes einer Betrachtung, nicht wahr?

Privat: http://www.johannes-leckebusch.de
Fotoseiten: http://www.johannes-leckebusch.de/Fotogalerien/
Schnappschussfotowettbewerb: http://www.foto.ungruen.de/Index.html

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