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| Newsgroup de.alt.rec.digitalfotografie Digitalkameras und Zubehoer. |
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#11
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Christoph Schmitz schrieb:
> Thomas Wildgruber schrieb: >> On Thu, 05 Nov 2009 16:37:23 +0100, Gerd Jakobs wrote: >> >>> http://news.de.msn.com/bilder.aspx?c...ntid=150515973 >> >> Ist schon erdrückend, wieviel Tod, Gewalt, Elend und Leid es in die >> engere >> Auswahl schafft... > > Tja, nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Wer > interessiert sich schon fuer Reportagen darueber, dass es > in der Schweiz auch dieses Jahr wieder keinen Buergerkrieg > gab oder dass in Frankreich heute kein schweres Zugunglueck > passiert ist? > Für Menschen die den Anspruch haben mit Belanglosigkeiten eingelullt zu werden gibt es jede Menge Volksmusiksendungen. Die würde ich Dir dann wärmstens als neue Realität ans Herz legen wollen. Ansonsten solltest Du dir mal überlegen, was denn die Aufgabe von Journalisten ist? Wenn in Darfur hunderte Kinder verhungern, soll man dann in der Tagesschau verkünden, daß in Wuppertal niemand verhungert ist und mithin auch niemand irgendwo spenden müßte. Wenn Ihr keine schlechten Nachrichten haben wollt, dann engagiert Euch damit die Welt besser wird statt denen Vorwürfe zu machen die den Finger auf die Wunde legen. Mir ist es in meiner Arbeit generell wichtiger Dinge zu zeigen die ich geändert sehen möchte und Dinge die vielen Menschen sonst entgingen. Sascha |
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#12
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Christoph Schmitz schrieb:
> Thomas Wildgruber schrieb: >> On Thu, 05 Nov 2009 16:37:23 +0100, Gerd Jakobs wrote: >> >>> http://news.de.msn.com/bilder.aspx?c...ntid=150515973 >> >> Ist schon erdrückend, wieviel Tod, Gewalt, Elend und Leid es in die >> engere >> Auswahl schafft... > > Tja, nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Wer > interessiert sich schon fuer Reportagen darueber, dass es > in der Schweiz auch dieses Jahr wieder keinen Buergerkrieg > gab oder dass in Frankreich heute kein schweres Zugunglueck > passiert ist? > http://www.sueddeutsche.de/kultur/903/493252/text/ Sascha |
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#13
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In de.alt.rec.digitalfotografie Sascha Rheker <sascha*srheker.de> wrote:
> http://www.sueddeutsche.de/kultur/903/493252/text/ Ja, klar, das übliche Rührstück zu der heldenhaften Aufopferung des Reporters, der für die sozial schwachen einsteht. Am besten wäre es wohl, wenn man Journalisten noch eine Zusatzausbildung als Sozialarbeiter mitgibt, wenn man diesen Text liest. Ist nicht die Realität eine ganz andere: Daß in den Medien, und insbesondere in den Printmedien solche Geschichten eher weniger vorkommen, weil es einfach nicht so gut kommt, wenn die Werbung für Prada-Taschen, Breguet-Uhren und BMWs direkt neben einen Bericht von Frau R., die auf den Strich gehen mußte (und ganz unglamourös) gedruckt wird? Ist es nicht bezeichnend, daß man dafür einen eigenen Wettbewerb ausloben muß, weil im Alltagsgeschäft eher die Stories vom Typ "Asozialer Arbeitsloser säuft sich vor laufender Fernsehshow ins Koma: Selber schuld!" publiziert werden, als solche, die soziale Probleme auf ihre strukturellen Wurzeln zurückführen? Ich persönlich bin mittlerweile von sehr vielen der Mainstream-Medien einfach nur mehr angewidert, und ich lese sehr viele Blogs und Medien im Internet. Auch jetzt gerade höre ich z.B. eine kleine Internetradio-Station, während ich dieses Posting tippe. Solange insbesondere die Printmedien vor allem auf die Interessen der Inserenten eingehen (die Zeitung wird ja nicht an die Leser, sondern an die Werbewirtschaft "verkauft"), so lange weine ich den Schrumpfenden Printmedien keine Träne nach. /ralph -- http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/ |
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#14
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also schrieb Ralph Aichinger...
> Auch jetzt gerade höre ich z.B. eine kleine Internetradio- > Station, während ich dieses Posting tippe. Ein Geheimtip für nen wirklich guten Netztradiosender? Immer her damit! Es muss ja neben all den sendungsbewussten Journalisten noch irgendwo den klassischen Reporter geben, jemanden der sorgfältig recherchiert, werturteilsfrei zu berichten versteht und die Interpretation dem mündigen Rezipienten überlässt. Stattdessen sind unsere Medien zu Tendenzbetrieben mutiert, in denen eifernde Redakteure, ideologisch aufgeladen, ständig ihre Finger in irgendwelche Wunden legen möchten. Sendungsbewusstsein ist ja schön und wichtig, gehört aber in die Politik und nicht in die Redaktion. /urbi -- Those are my principles. If you don't like them I have others. Groucho Marx |
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#15
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Ralph Aichinger schrieb:
> Ich persönlich bin mittlerweile von sehr vielen der > Mainstream-Medien einfach nur mehr angewidert, und ich > lese sehr viele Blogs und Medien im Internet. Auch jetzt > gerade höre ich z.B. eine kleine Internetradio-Station, > während ich dieses Posting tippe. > > Solange insbesondere die Printmedien vor allem auf die > Interessen der Inserenten eingehen (die Zeitung wird ja > nicht an die Leser, sondern an die Werbewirtschaft "verkauft"), > so lange weine ich den Schrumpfenden Printmedien keine > Träne nach. Das übliche unreflektierte "Blogs toll - professionelle Medien scheiße" Gesabbel, das derzeit in ist und locker flockig verkennt, daß nicht alles was Blog ist deswegen neutral und unbeeinflußt ist. Es ist halt leider so, daß Content Geld kostet; also sind Blogs und freie Medienseiten im Internet entweder ebenfalls von Geldgebern abhängig und wenn es keine Einnahmen vom Leser gibt sind sie noch mehr abhängig oder sie müssen sich ihren Content irgendwo so billig wie möglich besorgen. Also wird das Zeug irgendwo zusammengesucht, abgeschrieben etc. Sascha |
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#16
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Ralph Aichinger schrieb:
> [...] > so lange weine ich den Schrumpfenden Printmedien keine > Träne nach. Hallo Ralph, ich kann Dir nur recht geben und noch einen draufsetzen: Ich habe mich nicht nur von den Printmedien sondern auch vom Fernsehen vollständig verabschiedet. Und Radio höre ich nur noch, wenn dort etwas wirklich Hörenswertes läuft. Das bedeutet zwar, dass ich mich über das Programm informieren muss, spart jedoch einen riesigen Haufen Zeit und macht mich für Manipulationsversuche aus Politik und Wirtschaft fast unerreichbar. Einer der letzten ernsthaften Versuche, etwas Sinnvolles mit dem Flimmerkasten und den öffentlich-rechtlichen Sendern anzufangen, war eine Podiumsdiskussion vor der Bundestagswahl '05. Damals hätte ich am liebsten die Glotze aus dem Fenster geworfen, alle teilnehmenden Politiker verklagt und einen Haufen Kohle zurückverlangt. Aber erstens ging das nicht, weil das nicht meine Glotze war und zweitens ging das nicht, weil ich nicht der einzige Zuschauer war. Mein damaliger Zimmernachbar fand es wohl irgendwie interessant, wie sich die Polit-Hampelmänner und -frauen um Antworten gedrückt und nur versucht haben, ihre Kollegen aus den anderen Lagern schlecht zu machen. Seither bin ich zwar im Hinblick auf viele Vorgänge in der Welt nur schlecht informiert, aber mir scheint, dass sich das nur zu meinem Vorteil auswirkt: Ich habe wieder wesentlich mehr Zeit und Nerven für die Dinge, die mich persönlich oder diejenigen, die mir wichtig sind, betreffen. Vieles, was "man" so für wichtig hält, erweist sich nur als gezielt gestreute Desinformation, die irgendwelchen Pavianärschen die Deckung gibt, die sie brauchen, um die Schweinereien anzustellen, die sie (und sonst niemanden) voranbringen. Häufig komme ich mir wie Neo vor, der die Matrix verlassen hat und mittendrin ist und doch irgendwie distanziert unzählige Leute sieht, die sich als brave Konsumenten mit Hilfe der Gadgets der schönen, neuen Welt betäuben und nur noch auf das nächste Mal scharf sind. Wobei mit dem nächsten Mal Tätigkeiten wie der nächste Musikkauf, das Zeigen des neuen Handys und das Gucken der nächsten Folge der bevorzugten Seifenoper gemeint sind. Ich wünsche allen viel Spaß dabei! Und hoffe, dass mir irgendwann jemand erklären kann, warum es wichtig ist, zu wissen, dass der Schröder jetzt Merkel heißt. Grüße Gregor |
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#17
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In de.alt.rec.digitalfotografie Andreas Urbanek <nospam*lecking.net> wrote:
> also schrieb Ralph Aichinger... > > > Auch jetzt gerade höre ich z.B. eine kleine Internetradio- > > Station, während ich dieses Posting tippe. > > Ein Geheimtip für nen wirklich guten Netztradiosender? Immer her damit! Nö, ein reiner Musiksender: http://ssradiouk.com/ Muß sicher zum Musikgeschmack passen, aber solche Stationen finde ich im Gegensatz zu "den größten Hits der 80er, 90er und von heute" auch für längere Zeit erträglich und durchhörbar. > Es muss ja neben all den sendungsbewussten Journalisten noch irgendwo > den klassischen Reporter geben, jemanden der sorgfältig recherchiert, > werturteilsfrei zu berichten versteht und die Interpretation dem > mündigen Rezipienten überlässt. Stattdessen sind unsere Medien zu > Tendenzbetrieben mutiert, in denen eifernde Redakteure, ideologisch > aufgeladen, ständig ihre Finger in irgendwelche Wunden legen möchten. > Sendungsbewusstsein ist ja schön und wichtig, gehört aber in die Politik > und nicht in die Redaktion. Ich fürchte, Recherche kostet mehr als Meinung zu schreiben. Dabei ist gerade Meinung nichts, weswegen ich mir ein Printprodukt kaufe. Das war vor 20 Jahren mal was interessantes, aber mittlerweile gibt es persönliche Meinungen, Standpunkte und Kommentare im Internet im Überfluss zu lesen, und teilweise von viel kompetenteren Leuten als den Printjournalisten, die üblicherweise deartige Kolumnen schreiben. Bei den Recherchen merkt man aber immer öfter, daß sie noch nicht einmal auf dem 5 Minuten googlen-Niveau passieren, sondern daß einfach irgendeine Agenturmeldung abgeschrieben (oder bestenfalls umformuliert) wird, die oft genug nur die halbe Wahrheit enthält. Sehr oft drängt sich dieser Eindruck auf, wenn man zufällig irgendwo Augenzeuge von irgendwas war. /ralph -- http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/ |
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#18
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Andreas Urbanek schrieb:
> > Es muss ja neben all den sendungsbewussten Journalisten noch irgendwo > den klassischen Reporter geben, jemanden der sorgfältig recherchiert, > werturteilsfrei zu berichten versteht und die Interpretation dem > mündigen Rezipienten überlässt. Stattdessen sind unsere Medien zu > Tendenzbetrieben mutiert, in denen eifernde Redakteure, ideologisch > aufgeladen, ständig ihre Finger in irgendwelche Wunden legen möchten. > Sendungsbewusstsein ist ja schön und wichtig, gehört aber in die Politik > und nicht in die Redaktion. Objektivität wie Du sie Dir vorstellst gibt es nicht. Allein, weil Deine Idee von Objektivität arg naiv ist. Allein schon die Entscheidung über welches Thema ein Journalist berichtet macht jeden journalistischen Bericht, egal ob Text, Bild oder Fotos, zu einem subjektiven Bericht. Wer meint er könne so allumfassend berichten, daß er auch die Dinge berücksichtigt die er selbst garnicht wahrnimmt, der leidet unter eine Allmachtsphantasie. Wer glaubt es gäbe solche Quellen, sollte sich auf die Bibel und ähnliche Schriften beschränken, aber bitte nicht anfangen andere zu töten. Die schlechtesten Journalisten sind die, die glauben das etwas objektives entsteht, wenn sie ihre subjektiven Eindrücke schildern. Das beste was ein Journalist erreichen kann ist Aufrichtigkeit. Sascha |
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In de.alt.rec.digitalfotografie Sascha Rheker <sascha*srheker.de> wrote:
> Es ist halt leider so, daß Content Geld kostet; also sind Blogs und > freie Medienseiten im Internet entweder ebenfalls von Geldgebern > abhängig und wenn es keine Einnahmen vom Leser gibt sind sie noch mehr > abhängig oder sie müssen sich ihren Content irgendwo so billig wie > möglich besorgen. Also wird das Zeug irgendwo zusammengesucht, > abgeschrieben etc. Im Gegensatz zu den professionellen Medien, die von keinen Geldgebern abhängig sind, und nichts zusammensuchen oder abschreiben, oder wie? Wenn die Hintertupfinger Tageszeitung eine halbe Spalte über Sri Lanka bringt, dann läßt sie sicher einen Praktikanten dorthinfliegen ![]() Fakt ist, daß ich *meine* Standpunkte sehr viel öfter in Blogs und Internet-Medien wiederfinde, als gedruckten Zeitungen. Ich komme daher zu dem Schluß, daß Zeitungen nicht für mich geschrieben werden, sondern für irgendwelche anderen Leute. Die sollen halt dann die Zeitungen kaufen (und sie tun es bestimmt auch). Mag sein, daß ich das falsch verstehe, aber mir scheint, anderen Leuten geht es auch so. /ralph -- ich lese Zeitungen fast nur mehr im Kaffeehaus, bei Freunden oder wo ich sonst eine bekomme. Ich glaube, ich hab mir im letzten Jahr vielleicht ein oder zweimal eine gekauft. Und sie gehen mir nicht ab. Im Kaffeehaus krieg ich für den Preis zweier Zeitungen zwei (oder mehr) Zeitungen zu lesen, und einen Kaffee gratis dazu ![]() -- http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/ |
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#20
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Ralph Aichinger wrote:
> Fakt ist, daß ich *meine* Standpunkte sehr viel öfter in Blogs und > Internet-Medien wiederfinde, als gedruckten Zeitungen. Ich komme daher > zu dem Schluß, daß Zeitungen nicht für mich geschrieben werden, > sondern > für irgendwelche anderen Leute. Grundgütiger Himmel! Und wozu musst Du immer wieder Deine eigenen Standpunkte lesen? Sorry - aber diese Einstellung ist nun wahrlich höchstens knapp auf Bildzeitungsniveau! Bloß dass da gerade manipuliert wird ... -- Jödel. Jedenfalls ist ein Foto die Zukunft des in der Vergangenheit liegenden Momentes einer Betrachtung, nicht wahr? Privat: http://www.johannes-leckebusch.de Fotoseiten: http://www.johannes-leckebusch.de/Fotogalerien/ Schnappschussfotowettbewerb: http://www.foto.ungruen.de/Index.html |
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