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| Newsgroup de.rec.sport.segeln Segeln und alles, was dazugehoert. |
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#1
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Mein Kiel wehrt sich leider schon das dritte Jahr erfolgreich
gegen jede Art dauerhaften Anstriches. Ich hatte bisher immer versucht, durch exzessives Schleifen mit Winkelschleifer und 60er bis 80er Papier allen Rost zu entfernen, und dann verschiedene Behandlungen durchgefuehrt. Beim Schleifen komme ich aber bei dem Kiel nicht ueberall bis an wirklich blankes, glaenzendes Eisen. Aller Rost, also alles roetlich-orange-braune geht ab, aber grossflaechig scheint sich ein aeusserst widerstandsfaehiges schwarz/graues Oxid gebildet zu haben, das sich durch Schleifen (mit obengenanntem Geraet) nicht entfernen laesst. Wirklich nicht! Das Zeug ist eher haerter als das blanke Eisen, sprueht Funken aber geht nicht ab. Was tun? Waere Sandstrahlen effektiver? Aber wo Siliziumkarbid und Korund scheitern, kann Sand/Glas besser sein? Ausserdem denke ich, die Leute wollen das hier nicht unbedingt. Und das ganze Boot staubdicht einzuhausen, uebersteigt meine Kapazitaeten. Gibt es irgendwelche Grundierungen, die hier anwendbar waeren, und sich mit dem restlichen Aluminiumrumpf vertragen? Ein Versuch mit einem sog. "Keel Primer" war desastroes, das Zeug rostete in Null komma nix weg... War soweit ich mich erinnere irgendwie mit Aluminiumpartikeln angereichert und sollte perfekten Schutz bieten - naja... Wie sieht's mit diesen "Rostumwandlern" aus? Koennte soetwas helfen, und vertraegt der Alurumpf das? Und noch eins: Faellt irgendwem etwas ein, das ich auf den jetzt blank grau/schwarzen Kiel aufbringen kann, um den bis zur naechsten Behandlung (die erst in einigen Wochen stattfinden wird) nicht komplett verrosten zu lassen? Fuer jede konstruktive Idee dankbar! Erik |
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#2
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E. Egerer schrieb: > Mein Kiel wehrt sich leider schon das dritte Jahr erfolgreich > gegen jede Art dauerhaften Anstriches. > Ich hatte bisher immer versucht, durch exzessives Schleifen > mit Winkelschleifer und 60er bis 80er Papier allen Rost > zu entfernen, und dann verschiedene Behandlungen durchgefuehrt. > Beim Schleifen komme ich aber bei dem Kiel nicht ueberall bis > an wirklich blankes, glaenzendes Eisen. > Aller Rost, also alles roetlich-orange-braune geht ab, aber > grossflaechig scheint sich ein aeusserst widerstandsfaehiges > schwarz/graues Oxid gebildet zu haben, das sich durch Schleifen > (mit obengenanntem Geraet) nicht entfernen laesst. > Wirklich nicht! Das Zeug ist eher haerter als das blanke > Eisen, sprueht Funken aber geht nicht ab. Hallo, offenbar wurde da ein Kiel aus Stahl elektrisch gut leitend mit einer Außenhaut aus Aluminium verbunden durch Nieten oder Schweißen, wie auch immer. Das Ganze bildet aber so im Wasser ein galvanisches Element in dem das unedlere Metall, in diesem Fall der Stahl des Kiels durch excessive Korrosion verbraucht wird. Dagegen hilft eine Beschichtung nur wenn sie lückenlos und nichtleitend wäre. Bye |
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#3
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On Fri, 20 Nov 2009 16:29:03 +0100, Uwe Hercksen
<hercksen*mew.uni-erlangen.de> wrote: > >Hallo, > >offenbar wurde da ein Kiel aus Stahl elektrisch gut leitend mit einer >Außenhaut aus Aluminium verbunden durch Nieten oder Schweißen, wie auch >immer. Das Ganze bildet aber so im Wasser ein galvanisches Element in >dem das unedlere Metall, in diesem Fall der Stahl des Kiels durch >excessive Korrosion verbraucht wird. Dagegen hilft eine Beschichtung nur >wenn sie lückenlos und nichtleitend wäre. > >Bye Hallo! Ohgottohgott! Normalpotential von Eisen: -0,44V und von Aluminium: -1,67V! Was ist da wohl unedler? Grüsse |
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#4
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Sepp Klimbacher schrieb: > Ohgottohgott! Normalpotential von Eisen: -0,44V und von Aluminium: > -1,67V! Was ist da wohl unedler? Hallo, es geht aber weder um reines Eisen noch um reines Aluminium. Seine Erfahrungen zeigen das der Kiel angegriffen wird und nicht das Aluminium daneben. Vermutlich wurde das Aluminium eloxiert. Bye |
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#5
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In article <7mnsvpF3inf9eU3*mid.dfncis.de>,
Uwe Hercksen <hercksen*mew.uni-erlangen.de> wrote: > es geht aber weder um reines Eisen noch um reines Aluminium. Seine > Erfahrungen zeigen das der Kiel angegriffen wird und nicht das Aluminium > daneben. Vermutlich wurde das Aluminium eloxiert. Offenbar wird der Stahl angegriffen, das ist nicht zu diskutieren. Aber sicher nicht wegen der Verbindung zu Aluminium, das ist auch nicht zu diskutieren, eloxiert hin oder her (das andert nichts). Aber: Ist da wohl irgendwo noch was aus rostfreiem Stahl, Messing, Kupfer oder dergleichen? Die sind alle edler, und konnen den Stahl aus elektrochemischen Grunden korrodieren. Oder die Korrosion findet ohne galvanische Unterstutzung statt - auch das ist moglich. Gruss Marc -- remove bye and from mercial to get valid e-mail <http://www.heusser.com> |
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#6
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On Fri, 20 Nov 2009 16:53:18 +0100, Sepp Klimbacher
<klimbacher*tugraz.at> wrote in de.rec.sport.segeln: > >Ohgottohgott! Normalpotential von Eisen: -0,44V und von Aluminium: >-1,67V! Was ist da wohl unedler? Wertewechsel also auch in der Elemente-Gesellschaft? ![]() Gruß, U. |
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#7
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On Fri, 20 Nov 2009 14:46:07 +0100, "E. Egerer" <"nospam*please.now">
wrote in de.rec.sport.segeln: > >Was tun? Gibt es an Deinem Kiel Opferanoden? Ich vermute, nein, und ich weiß nicht, wie die sich dann bzgl. des offenbar galvanisch verbundenen Alurumpfs verhalten würden. Bronzepropeller, Bronze-Seeventile? galvanisch mit dem Kiel (Schleifelektrode) verbundene Propellerwelle? Du hast auch noch nichts über Typ und Hersteller Deines Bootes gesagt. Und wo das ganze rostet: in Süß- oder Seewasser, Ostsee oder Mittelmeer, oder? Sind Kiel und Rumpf tatsächlich miteinander verschraubt? Wie sehen ggf. die Bolzen / Scheiben / Muttern in der Bilge aus? Bilder sind immer gut, aber nicht direkt hier in der NG, sondern auf einer geeigneten Seite mit hier gepostetem Link. Gruß, U. |
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#8
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Ulrich G. Kliegis wrote:
> On Fri, 20 Nov 2009 14:46:07 +0100, "E. Egerer" <"nospam*please.now"> > wrote in de.rec.sport.segeln: > >> Was tun? > > Gibt es an Deinem Kiel Opferanoden? Ich vermute, nein, und ich weiß > nicht, wie die sich dann bzgl. des offenbar galvanisch verbundenen > Alurumpfs verhalten würden. Bronzepropeller, Bronze-Seeventile? > galvanisch mit dem Kiel (Schleifelektrode) verbundene Propellerwelle? > > Du hast auch noch nichts über Typ und Hersteller Deines Bootes gesagt. > Und wo das ganze rostet: in Süß- oder Seewasser, Ostsee oder > Mittelmeer, oder? > > Sind Kiel und Rumpf tatsächlich miteinander verschraubt? Wie sehen > ggf. die Bolzen / Scheiben / Muttern in der Bilge aus? Bilder sind > immer gut, aber nicht direkt hier in der NG, sondern auf einer > geeigneten Seite mit hier gepostetem Link. > Erstmal Dank fuer alle Ideen, und ein paar mehr Informationen: Opferanoden: ja, beidseitig knapp unter dem Alu-Stahl Uebergang. Jeweils 1 kg, die arbeiteten auch erkennbar - wurden verbraucht. Der Kiel ist mit (anscheinend) Edelstahl Bolzen durch den Rumpf verschraubt, am Uebergang waren weder Stahl noch Alu erkennbar angegriffen, auch an den Bolzen, Muttern und Scheiben sowie den Auflagepunkten an der Alukonstruktion ist nichts von Korrosion zu sehen. Sonst im Kielbereich keine Fremdmetalle, Bronze ist nur das Wellenlager an einer Aluminiumstuetze (mit 2 Anoden) zwischen Kiel und Skeg. Welle ist Edelstahl, auch mit Anode, Propeller ist Alu. Noch 2 Anoden am Skeg selbst... Boot liegt im Mittelmeer (Mallorca), gebaut um 1976 in Frankreich nach Entwurf von Michel Joubert. Angeblich Werftbau, viel mehr weiss ich leider nicht. Fotos kann ich ab ca. Mitte der Woche zugaenglich machen, wenn ich wieder daheim bin. Ich habe das Boot seit knapp 5 Jahren, und seinerzeit den gesamten Rumpf bis auf das blanke Aluminium freigelegt, und dann nur mehr das Unterwasserschiff gestrichen - mit Epoxigrundierung und jaehrlich neuem, aluminiumtauglichen Antifouling. Das Oberwasserschiff ist blankes Aluminium und haelt sich sehr gut, es hat sich eine duenne, stabile Oxidschicht gebildet, ungesunde Korrosion ist am Aluminium nirgends feststellbar. Alle Seeventile sind mittlerweile aus Kunststoff, und ich ersetze sukzessive alle mit dem Rumpf galvanisch verbundenen Edelstahlteile durch Kunststoff, bzw. wo dies nicht moeglich ist wird galvanisch getrennt - durch Teflon Huelsen bzw. Unterlagen. Alles in allem vermute ich kein galvanisches Problem, wie von den Vorpostern angemerkt muesste das ja zuerst die Aluminiumteile betreffen, die sind aber perfekt! Danke und Gruss, Erik |
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#9
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On Mon, 23 Nov 2009 14:07:02 +0100, "E. Egerer" <"nospam*please.now">
wrote in de.rec.sport.segeln: > >Alle Seeventile sind mittlerweile aus Kunststoff, Was im Falle eines Brandes immerhin für ausreichende Zufuhr von Löschwasser sorgt. Die spontane Gelbfärbung der Flammen ist dann auf das Natrium zurückzuführen. Gruß, U. |
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#10
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Ulrich G. Kliegis schrieb:
> On Mon, 23 Nov 2009 14:07:02 +0100, "E. Egerer" <"nospam*please.now"> > wrote in de.rec.sport.segeln: > >> Alle Seeventile sind mittlerweile aus Kunststoff, > > Was im Falle eines Brandes immerhin für ausreichende Zufuhr von > Löschwasser sorgt. Hm, vielleicht ist es ganz recht, wenn der Kahn absäuft, wenn die Seeventile vom Brand erreicht sind... -- mfg Hans-Hermann Hölscher mailto: hh.hoelscher at gmx.de |
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