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  #1  
Alt 11-20-2009, 01:46 PM
E. Egerer
 
Beiträge: n/a
Standard Rostkiel an Aluminiumboot

Mein Kiel wehrt sich leider schon das dritte Jahr erfolgreich
gegen jede Art dauerhaften Anstriches.
Ich hatte bisher immer versucht, durch exzessives Schleifen
mit Winkelschleifer und 60er bis 80er Papier allen Rost
zu entfernen, und dann verschiedene Behandlungen durchgefuehrt.
Beim Schleifen komme ich aber bei dem Kiel nicht ueberall bis
an wirklich blankes, glaenzendes Eisen.
Aller Rost, also alles roetlich-orange-braune geht ab, aber
grossflaechig scheint sich ein aeusserst widerstandsfaehiges
schwarz/graues Oxid gebildet zu haben, das sich durch Schleifen
(mit obengenanntem Geraet) nicht entfernen laesst.
Wirklich nicht! Das Zeug ist eher haerter als das blanke
Eisen, sprueht Funken aber geht nicht ab.

Was tun? Waere Sandstrahlen effektiver? Aber wo Siliziumkarbid
und Korund scheitern, kann Sand/Glas besser sein?
Ausserdem denke ich, die Leute wollen das hier nicht unbedingt.
Und das ganze Boot staubdicht einzuhausen, uebersteigt meine
Kapazitaeten.

Gibt es irgendwelche Grundierungen, die hier anwendbar waeren,
und sich mit dem restlichen Aluminiumrumpf vertragen?
Ein Versuch mit einem sog. "Keel Primer" war desastroes, das
Zeug rostete in Null komma nix weg...
War soweit ich mich erinnere irgendwie mit Aluminiumpartikeln
angereichert und sollte perfekten Schutz bieten - naja...
Wie sieht's mit diesen "Rostumwandlern" aus? Koennte soetwas
helfen, und vertraegt der Alurumpf das?

Und noch eins:
Faellt irgendwem etwas ein, das ich auf den jetzt blank
grau/schwarzen Kiel aufbringen kann, um den bis zur naechsten
Behandlung (die erst in einigen Wochen stattfinden wird)
nicht komplett verrosten zu lassen?

Fuer jede konstruktive Idee dankbar!
Erik
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  #2  
Alt 11-20-2009, 03:29 PM
Uwe Hercksen
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Rostkiel an Aluminiumboot



E. Egerer schrieb:

> Mein Kiel wehrt sich leider schon das dritte Jahr erfolgreich
> gegen jede Art dauerhaften Anstriches.
> Ich hatte bisher immer versucht, durch exzessives Schleifen
> mit Winkelschleifer und 60er bis 80er Papier allen Rost
> zu entfernen, und dann verschiedene Behandlungen durchgefuehrt.
> Beim Schleifen komme ich aber bei dem Kiel nicht ueberall bis
> an wirklich blankes, glaenzendes Eisen.
> Aller Rost, also alles roetlich-orange-braune geht ab, aber
> grossflaechig scheint sich ein aeusserst widerstandsfaehiges
> schwarz/graues Oxid gebildet zu haben, das sich durch Schleifen
> (mit obengenanntem Geraet) nicht entfernen laesst.
> Wirklich nicht! Das Zeug ist eher haerter als das blanke
> Eisen, sprueht Funken aber geht nicht ab.


Hallo,

offenbar wurde da ein Kiel aus Stahl elektrisch gut leitend mit einer
Außenhaut aus Aluminium verbunden durch Nieten oder Schweißen, wie auch
immer. Das Ganze bildet aber so im Wasser ein galvanisches Element in
dem das unedlere Metall, in diesem Fall der Stahl des Kiels durch
excessive Korrosion verbraucht wird. Dagegen hilft eine Beschichtung nur
wenn sie lückenlos und nichtleitend wäre.

Bye

Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 11-20-2009, 03:53 PM
Sepp Klimbacher
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Rostkiel an Aluminiumboot

On Fri, 20 Nov 2009 16:29:03 +0100, Uwe Hercksen
<hercksen*mew.uni-erlangen.de> wrote:

>
>Hallo,
>
>offenbar wurde da ein Kiel aus Stahl elektrisch gut leitend mit einer
>Außenhaut aus Aluminium verbunden durch Nieten oder Schweißen, wie auch
>immer. Das Ganze bildet aber so im Wasser ein galvanisches Element in
>dem das unedlere Metall, in diesem Fall der Stahl des Kiels durch
>excessive Korrosion verbraucht wird. Dagegen hilft eine Beschichtung nur
>wenn sie lückenlos und nichtleitend wäre.
>
>Bye


Hallo!

Ohgottohgott! Normalpotential von Eisen: -0,44V und von Aluminium:
-1,67V! Was ist da wohl unedler?

Grüsse

Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 11-20-2009, 04:04 PM
Uwe Hercksen
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Rostkiel an Aluminiumboot



Sepp Klimbacher schrieb:

> Ohgottohgott! Normalpotential von Eisen: -0,44V und von Aluminium:
> -1,67V! Was ist da wohl unedler?


Hallo,

es geht aber weder um reines Eisen noch um reines Aluminium. Seine
Erfahrungen zeigen das der Kiel angegriffen wird und nicht das Aluminium
daneben. Vermutlich wurde das Aluminium eloxiert.

Bye

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  #5  
Alt 11-21-2009, 10:55 AM
Marc Heusser
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Rostkiel an Aluminiumboot

In article <7mnsvpF3inf9eU3*mid.dfncis.de>,
Uwe Hercksen <hercksen*mew.uni-erlangen.de> wrote:

> es geht aber weder um reines Eisen noch um reines Aluminium. Seine
> Erfahrungen zeigen das der Kiel angegriffen wird und nicht das Aluminium
> daneben. Vermutlich wurde das Aluminium eloxiert.


Offenbar wird der Stahl angegriffen, das ist nicht zu diskutieren.

Aber sicher nicht wegen der Verbindung zu Aluminium, das ist auch nicht
zu diskutieren, eloxiert hin oder her (das andert nichts).

Aber: Ist da wohl irgendwo noch was aus rostfreiem Stahl, Messing,
Kupfer oder dergleichen? Die sind alle edler, und konnen den Stahl aus
elektrochemischen Grunden korrodieren.
Oder die Korrosion findet ohne galvanische Unterstutzung statt - auch
das ist moglich.

Gruss

Marc

--
remove bye and from mercial to get valid e-mail
<http://www.heusser.com>
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  #6  
Alt 11-22-2009, 09:56 AM
Ulrich G. Kliegis
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Rostkiel an Aluminiumboot

On Fri, 20 Nov 2009 16:53:18 +0100, Sepp Klimbacher
<klimbacher*tugraz.at> wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Ohgottohgott! Normalpotential von Eisen: -0,44V und von Aluminium:
>-1,67V! Was ist da wohl unedler?



Wertewechsel also auch in der Elemente-Gesellschaft?

Gruß,
U.
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 11-22-2009, 10:02 AM
Ulrich G. Kliegis
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Rostkiel an Aluminiumboot

On Fri, 20 Nov 2009 14:46:07 +0100, "E. Egerer" <"nospam*please.now">
wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Was tun?


Gibt es an Deinem Kiel Opferanoden? Ich vermute, nein, und ich weiß
nicht, wie die sich dann bzgl. des offenbar galvanisch verbundenen
Alurumpfs verhalten würden. Bronzepropeller, Bronze-Seeventile?
galvanisch mit dem Kiel (Schleifelektrode) verbundene Propellerwelle?

Du hast auch noch nichts über Typ und Hersteller Deines Bootes gesagt.
Und wo das ganze rostet: in Süß- oder Seewasser, Ostsee oder
Mittelmeer, oder?

Sind Kiel und Rumpf tatsächlich miteinander verschraubt? Wie sehen
ggf. die Bolzen / Scheiben / Muttern in der Bilge aus? Bilder sind
immer gut, aber nicht direkt hier in der NG, sondern auf einer
geeigneten Seite mit hier gepostetem Link.

Gruß,
U.
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 11-23-2009, 01:07 PM
E. Egerer
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Rostkiel an Aluminiumboot

Ulrich G. Kliegis wrote:
> On Fri, 20 Nov 2009 14:46:07 +0100, "E. Egerer" <"nospam*please.now">
> wrote in de.rec.sport.segeln:
>
>> Was tun?

>
> Gibt es an Deinem Kiel Opferanoden? Ich vermute, nein, und ich weiß
> nicht, wie die sich dann bzgl. des offenbar galvanisch verbundenen
> Alurumpfs verhalten würden. Bronzepropeller, Bronze-Seeventile?
> galvanisch mit dem Kiel (Schleifelektrode) verbundene Propellerwelle?
>
> Du hast auch noch nichts über Typ und Hersteller Deines Bootes gesagt.
> Und wo das ganze rostet: in Süß- oder Seewasser, Ostsee oder
> Mittelmeer, oder?
>
> Sind Kiel und Rumpf tatsächlich miteinander verschraubt? Wie sehen
> ggf. die Bolzen / Scheiben / Muttern in der Bilge aus? Bilder sind
> immer gut, aber nicht direkt hier in der NG, sondern auf einer
> geeigneten Seite mit hier gepostetem Link.
>


Erstmal Dank fuer alle Ideen, und ein paar mehr Informationen:

Opferanoden: ja, beidseitig knapp unter dem Alu-Stahl Uebergang.
Jeweils 1 kg, die arbeiteten auch erkennbar - wurden verbraucht.
Der Kiel ist mit (anscheinend) Edelstahl Bolzen durch den Rumpf
verschraubt, am Uebergang waren weder Stahl noch Alu erkennbar
angegriffen, auch an den Bolzen, Muttern und Scheiben sowie
den Auflagepunkten an der Alukonstruktion ist nichts von
Korrosion zu sehen.
Sonst im Kielbereich keine Fremdmetalle, Bronze ist nur das
Wellenlager an einer Aluminiumstuetze (mit 2 Anoden) zwischen
Kiel und Skeg. Welle ist Edelstahl, auch mit Anode, Propeller
ist Alu. Noch 2 Anoden am Skeg selbst...

Boot liegt im Mittelmeer (Mallorca), gebaut um 1976 in
Frankreich nach Entwurf von Michel Joubert. Angeblich
Werftbau, viel mehr weiss ich leider nicht.
Fotos kann ich ab ca. Mitte der Woche zugaenglich machen,
wenn ich wieder daheim bin.

Ich habe das Boot seit knapp 5 Jahren, und seinerzeit den
gesamten Rumpf bis auf das blanke Aluminium freigelegt, und
dann nur mehr das Unterwasserschiff gestrichen - mit
Epoxigrundierung und jaehrlich neuem, aluminiumtauglichen
Antifouling.
Das Oberwasserschiff ist blankes Aluminium und haelt sich
sehr gut, es hat sich eine duenne, stabile Oxidschicht
gebildet, ungesunde Korrosion ist am Aluminium nirgends
feststellbar.
Alle Seeventile sind mittlerweile aus Kunststoff, und ich
ersetze sukzessive alle mit dem Rumpf galvanisch verbundenen
Edelstahlteile durch Kunststoff, bzw. wo dies nicht moeglich
ist wird galvanisch getrennt - durch Teflon Huelsen bzw.
Unterlagen.

Alles in allem vermute ich kein galvanisches Problem, wie
von den Vorpostern angemerkt muesste das ja zuerst
die Aluminiumteile betreffen, die sind aber perfekt!

Danke und Gruss,
Erik
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 11-24-2009, 05:10 PM
Ulrich G. Kliegis
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Rostkiel an Aluminiumboot

On Mon, 23 Nov 2009 14:07:02 +0100, "E. Egerer" <"nospam*please.now">
wrote in de.rec.sport.segeln:

>
>Alle Seeventile sind mittlerweile aus Kunststoff,


Was im Falle eines Brandes immerhin für ausreichende Zufuhr von
Löschwasser sorgt. Die spontane Gelbfärbung der Flammen ist dann auf
das Natrium zurückzuführen.

Gruß,
U.
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 11-25-2009, 12:56 AM
Hans-Hermann Hölscher
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Rostkiel an Aluminiumboot

Ulrich G. Kliegis schrieb:

> On Mon, 23 Nov 2009 14:07:02 +0100, "E. Egerer" <"nospam*please.now">
> wrote in de.rec.sport.segeln:
>
>> Alle Seeventile sind mittlerweile aus Kunststoff,

>
> Was im Falle eines Brandes immerhin für ausreichende Zufuhr von
> Löschwasser sorgt.


Hm, vielleicht ist es ganz recht, wenn der Kahn absäuft, wenn die
Seeventile vom Brand erreicht sind...

--
mfg Hans-Hermann Hölscher
mailto: hh.hoelscher at gmx.de
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