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| Newsgroup de.alt.games.schach Das Spiel der Koenige. |
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#1
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Hallo Schachfreunde,
eine Regelfrage habe ich. Was tun, wenn der Gegner mehrmals in der Partie folgendes macht: 1) Er nimmt eine Figur in die Hand, 2) plaziert sie auf dem Zielfeld, 3) schraubt sie dort fast ins Brett, 4) prüft und prüft den neuen Platz, 5) und stellt die Figur zurück auf das Ausgangsfeld. 6) Dann erholt sich mein Gegner, fasst Mut und dieselbe Figur erneut und drückt sie auf ein anderes Zielfeld, 7) zögernd, weil er sie nicht loslassen mag. Irgendwann ist es vollbracht und ich darf ran. Was tun, wenn mein Gegner das Ritual mehrmals in der Partie wiederholt? Micha |
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#2
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Am 10.11.2009 um 20:18 schrieb Volker Gringmuth:
> Friedrich Volkmann wrote: > >> Andernfalls sehe ich keinen Handlungsbedarf, da kein Regelverstoß >> vorliegt. > > Wie steht's mit "berührt - geführt"? Berührte eigene Steine müssen, wenn > regelkonform möglich, gezogen werden, sofern nicht deutlich gesagt wurde, > daß man die Figur nur zurechtrücken wollte. Solange die Figur nicht losgelassen und damit ein regulärer Zug ausgeführt wurde, kann der Spieler sie noch auf ein anderes Feld umdirigieren, siehe Artikel 4.6 der FIDE-Regeln. Allenfalls käme eine Reklamation gemäß Artikel 12.6 in Betracht, da dieses Verhalten geeignet sein könnte, den Gegner zu stören. Ob man damit beim Schiedsrichter durchkommt, ist allerdings eine andere Frage. Immerhin informiert derjenige, der die Figur anfasst, ja den Gegner auf seine eigene Zeit über den nächsten Zug. Sven |
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#3
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On Tue, 10 Nov 2009 20:18:17 +0100, Volker Gringmuth
<vgringmuth*gmx.net> wrote: >Friedrich Volkmann wrote: > >> Andernfalls sehe ich keinen Handlungsbedarf, da kein Regelverstoß >> vorliegt. > >Wie steht's mit "berührt - geführt"? Berührte eigene Steine müssen, wenn >regelkonform möglich, gezogen werden, sofern nicht deutlich gesagt wurde, >daß man die Figur nur zurechtrücken wollte. Das hält er ja ein. Er zieht die Figur, die er ursprünglich angefasst hat. Solange er sie nicht loslässt, kann er sie auf ein anderes Feld stellen. Im Gegensatz zu Friedrich kann ich mir durchaus vorstellen, dass so ein Verhalten eine Störung im Sinne des Artikel 12.6 FIDE (Es ist verboten, den Gegner auf irgendwelche Art abzulenken oder zu stören) darstellt - zumindest, wenn der Gegner es penetrant macht. Ich weiß nicht, ob es zu solchen Fällen Urteile gibt. Was macht man als Schiedsrichter, wenn ein Spieler kommt und sich beschwert, sein Gegner bohre sich mit den Bauern in der Nase, bevor er ziehe? Die Grenze ist hier fließend ... (Ich habe mal gelesen, es sei verboten, mit dem Läufer den Kaffee umzurühren.) __ Viele Grüße Gerald Fix |
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#4
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Gerald Fix schrieb:
> > Im Gegensatz zu Friedrich kann ich mir durchaus vorstellen, dass > so ein Verhalten eine Störung im Sinne des Artikel 12.6 FIDE (Es > ist verboten, den Gegner auf irgendwelche Art abzulenken oder zu > stören) darstellt - zumindest, wenn der Gegner es penetrant > macht. > Natürlich ließ der Spieler die Figur auf dem Zielfeld NICHT los; dann wäre ja alles klar gewesen. Er störte mich aber schon deswegen, weil er, solange er Springer oder Turm auf das "vorläufige" Zielfeld "schraubte", mit seinem Arm das Brett abdeckte. Mit der Zeit gingen mir seine "Testzüge" jedenfalls schwer auf den Keks. Ich frage Euch, welcher FIDE-Hilfsparagraph mich bei einem Protest hätte unterstützen können. Dass er formal rechtens handelte, wenn er die Figur zurückstellte auf das Ausgangsfeld, und später woanders hin bugsierte, ist mir klar. Micha |
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#5
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Gerald Fix wrote:
> Das hält er ja ein. Er zieht die Figur, die er ursprünglich > angefasst hat. Axo. Das war mir nicht klar. Lesen bildet ![]() vG -- "Wenn alle Chinesen, alle Inder so viele Autos wie wir haben, dann können wir alle nochmal den Zündschlüssel umdrehen, 15 Minuten rumfahren, und dann ist das Öl weg. Für immer. Und die Atmosphäre natürlich auch." (Volker Pispers, "Bis neulich") |
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#6
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MichaWeinert schrieb:
> Er störte mich aber schon deswegen, weil er, solange er Springer oder > Turm auf das "vorläufige" Zielfeld "schraubte", mit seinem Arm das Brett > abdeckte. Mit der Zeit gingen mir seine "Testzüge" jedenfalls schwer auf > den Keks. > > Ergänzend sei angemerkt: Nach meiner Meinung bescheren solche "Probezüge" (d. h. Figur plazieren, sie festhalten und sich umsehen, ob die Figur auf dem neuen Feld gut steht) diesem Spieler einen Vorteil. Er muss sich den Springer auf dem Zielfeld c5 nicht vorstellen - der Springer steht dort ganz real, wenn auch nur vorübergehend. Das ist Stellungsanalyse mit Bewegen einer Figur. Micha |
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#7
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MichaWeinert schrieb:
> Was tun, wenn mein Gegner das Ritual mehrmals in der Partie wiederholt? Du solltest dden Schiedsrichter ansprechen, damit der das anschaut und beurteilt. "Mehrfach in der Partie" bedeutet was? Dreimal, viermal? Würde ich als Schiedsrichter für absolut tolerabel halten. Ist auch kein so ungewöhnliches Verhalten. Beoabachte ich öfter. Wenn es aber etwa bei jedem zweiten Zug passieren würde, könnte ich mir schon vorstellen, dass ich es, falls sich der Gegner beschwert, er fühle sich dadurch gestört, dem Spieler verbieten würde. Gruß, Marius -- Elf Jahre drb! http://bonaventura.musagetes.de/ |
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#8
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Marius Fraenzel schrieb:
> MichaWeinert schrieb: > "Mehrfach in der Partie" bedeutet was? Dreimal, viermal? Würde ich als > Schiedsrichter für absolut tolerabel halten. Ist auch kein so > ungewöhnliches Verhalten. Beoabachte ich öfter. Wenn es aber etwa bei > jedem zweiten Zug passieren würde, könnte ich mir schon vorstellen, dass > ich es, falls sich der Gegner beschwert, er fühle sich dadurch gestört, > dem Spieler verbieten würde. > Es war ein Mannschaftskampf, einen "gelangweilt herumlungernden" SR gab es also nicht. Beim 4.Mal sprach ich den jugendlichen Gegner auf sein Ritual ab. Denn er hatte nicht einfach nur mit der Figur in der Hand auf dem Zielfeld verweilt, um dann loszulassen, sondern jeweils den Zug wieder voll zurückgenommen. Der Gegner antwortete sinngemäß, er kenne die Berührt-Geführt-Regel. Und solange er die Figur nicht loslässt, kann er sie auf das Ausgangsfeld zurücknehmen, so oft er will. Micha |
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#9
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On Tue, 10 Nov 2009 20:57:29 +0100, MichaWeinert
<micha.weinert*gmx.net> wrote: >Ich frage Euch, welcher FIDE-Hilfsparagraph mich bei einem Protest hätte >unterstützen können. Dass er formal rechtens handelte, wenn er die Figur >zurückstellte auf das Ausgangsfeld, und später woanders hin bugsierte, >ist mir klar. 12.6. Ich würde, wie Marius auch schon angemerkt hat, hier als Schiedsrichter sehr spät eingreifen. Letztendlich gibt es hier eine sehr breite Grauzone. __ Viele Grüße Gerald Fix |
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#10
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MichaWeinert schrieb:
> Es war ein Mannschaftskampf, einen "gelangweilt herumlungernden" SR gab > es also nicht. Na, dann spricht man eben den eigenen Mannschaftsführer daraufhin an oder auch gleich den gegnerischen. Eine Garantie, dass in Deinem Sinn entschieden wird, hast Du ohnehin nicht, egal ob ein Schiedsrichter anwesend ist oder nicht. > Beim 4.Mal sprach ich den jugendlichen Gegner auf sein Ritual ab. Denn > er hatte nicht einfach nur mit der Figur in der Hand auf dem Zielfeld > verweilt, um dann loszulassen, sondern jeweils den Zug wieder voll > zurückgenommen. Dass es sich um einen jugendlichen Gegner handelt, hattest Du noch nicht geschrieben, oder?. Den würde ich mir als Schiedsrichter wahrscheinlich mal zur Seite nehmen und ihm sagen, dass sich das nicht "gehöre". Die stellen solche Unsitten dann auch meist ab. > Der Gegner antwortete sinngemäß, er kenne die Berührt-Geführt-Regel. Und > solange er die Figur nicht loslässt, kann er sie auf das Ausgangsfeld > zurücknehmen, so oft er will. Bei der Umwandlungsregel hat sich da inzwischen schon was getan: Dort gilt die Auswahl der Figur, in die der Bauer umgewandelt wird, als abgeschlossen, sobald die Figur das Umwandlungsfeld berührt hat. Man könnte ja eine analoge Regeländerung auch für normale Züge vorschlagen. Ich selbst halte das für unnötig, da das von Dir beschriebene Verhalten nur selten vorkommt, aber vielleicht sind ja die Schiedsgötter eher Deiner Meinung. Gruß, Marius -- Elf Jahre drb! http://bonaventura.musagetes.de/ |
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